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GRÖNLAND erobert die Leinwand

Mit gleich zwei Filmen startet Grönland in das Jahr 2009: „Nuummioq“ ist der erste grönländisch produzierte Spielfilm. Drehstart für „I den bedste mening” ist im Juni.

KULTURHUS BERLIN (us) Das Dänische Filminstitut unterstützt die Produktion von Louise N.D. Friedbergs „I den bedste mening” (dt: In bester Absicht). 6,2 Millionen dänische Kronen erhält der Film, der auf tatsächlichen Begebenheiten basiert: Anfang der 1950er Jahre wurden 22 grönländische Kinder aus ihrer häuslichen Umgebung heraus- und nach Dänemark gebracht. Der dänische Staat hatte beschlossen, Grönland von einer unterentwickelten Jäger- und Sammlergesellschaft zu einem modernen Wohlfahrtsstaat werden zu lassen. Die „Speerspitzen” in dieser Entwicklung hin zum neuen Grönland sollten die grönländischen Kinder werden, die nach Dänemark geschickt wurden, um dort eine gute Ausbildung zu bekommen. Doch schnell sollte sich zeigen, dass der Versuch, sie zu Dänen zu machen, schwerwiegende Konsequenzen für die Kinder hatte.

Hauptperson des Films ist die Krankenschwester Gert. Ihr wird die Verantwortung übertragen, das Kinderheim in Nuuk zu leiten, in dem die grönländischen Kinder nach ihrer Rückkehr aus Dänemark erzogen und ausgebildet werden. In Gerts Augen bietet das Projekt eine Chance für das verarmte Grönland. Für die Kinder, die aus Dänemark zurückgekehrt sind, beginnt in Grönland ein Leben als Musterexemplar, als Vorbild für ihre grönländischen Landsleute. Doch die Erwartungen zu erfüllen, wird für die Kinder schwer.

Ellen Hillingsø spielt die Hauptrolle der Gert. Von Rikke de Fine Licht stammt das Drehbuch, Birgitte Skov und Signe Jensen produzieren den Titel für Nimbus Film. Die Dreharbeiten sollen im Juni beginnen, 2010 soll I den bedste mening Premiere haben.

Bereits im Sommer dieses Jahres feiert der erste grönländisch produzierte Spielfilm aller Zeiten Premiere. „Nuummioq“ erscheint mit englischen Untertiteln und soll in mehreren Ländern in die Kinos kommen. „Nuummioq“ bedeutet „Einer aus Nuuk“ und spielt in der Hauptstadt Grönlands. Malik, ein junger Mann aus Nuuk, hat als Kind seine Eltern bei einem Bootsunglück verloren. Trotz seiner Freunde fühlt er sich einsam – bis er Nivi kennenlernt und sich in sie verliebt. Gerade als sein Leben wieder lebenswert wird, erfährt er von seiner unheilbaren Krebserkrankung. Er steht vor der Wahl: Entweder fährt er in das unbekannte Dänemark, wo die Ärzte sein Leben vielleicht verlängern könnten, oder er bleibt in seiner Heimatstadt Nuuk, wo ihm nur noch einige Monate zu Leben bleiben.

Der Film zeigt die guten und schlechten Seiten des ganz gewöhnlichen Menschen, seine persönlichen Herausforderungen und Besonderheiten. Es ist eine Geschichte über Liebe, Freundschaft, Leben und Tod – mitten im Alltag der modernen grönländischen Gesellschaft.

„Bisher sieht man in Filmen über Grönland immer die gleichen Klischees. Als ob es eine Checkliste gibt, auf der steht: Kajak, Jagd über das Eis, fremde Kultur, schöne Landschaft, aber auch Alkoholismus“, sagt Produzent Mikisoq Lynge. „Nuummioq soll eine andere Seite der grönländischen Gesellschaft zeigen, aus der Sicht von Grönländern. Klischeebilder haben bei uns keinen Platz.“ Damit „Nuummioq“ nicht länger nur ein Traum bleibt, mussten Mikisoq Lynge und Otto Rosing eine Million Dollar Budget aufbringen. Grönländische Sponsoren und der Verkauf von 49 Prozent der Filmgesellschaft haben die Realisierung des Projekts möglich gemacht.

Produzent Mikisoq H. Lynge und Regisseur Otto Rosing wollen mit ihrer neu gegründeten Filmproduktionsgesellschaft „3900 Pictures“ Filme produzieren, die ein differenziertes und aktuelles Bild von Grönland zeigen – mit grönländischen Produzenten, Regisseuren, Schauspielern und einer grönländischen Crew.

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