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Ostseegespräche

Dienstag, 21.11.2016, 19.00 Uhr s.t.

Deutsche Wutbürger, dänische Infrastrukturfans? Die Auseinandersetzung um die feste Querung über den Fehmarnbelt 
Robert Schmidt

18 Kilometer Ostsee liegen zwischen der dänischen Insel Lolland und dem ostholsteinischen Fehmarn. Wo heute Fähren in engem Takt fahren, soll in nicht allzu ferner Zukunft ein Tunnel die beiden Inseln und damit Skandinavien mit dem europäischen Festland verbinden. Lange bevor es zu einer politischen Einigung über den Bau einer festen Querung über den Fehmarnbelt zwischen den Regierungen in Kopenhagen und Berlin Ende der 2000er kam, formierte sich auf der Touristeninsel Fehmarn Protest. Auf der dänischen Seite hingegen konnte sich eine schlagkräftige Allianz gegen das Projekt nicht herausbilden.

Welche Gründe gibt es für das Aufkommen beziehungsweise Ausbleiben von sichtbarem Protest dies- und jenseits des Fehmarnbelts? Unterschiedliche Vorstellungen stoßen hier aufeinander, die nicht nur bei der Umsetzung des Milliardenprojekts in der deutsch-dänischen Grenzregion von Belang sind.

Robert Schmidt ist Student der Politikwissenschaft (Freie Universität Berlin, Universität Kopenhagen) und hat sich im Rahmen seiner Masterarbeit mit Fragen von Protest und Beteiligung beim Projekt Feste Fehmarnbeltquerung beschäftigt. Eine glückliche Fügung, da er somit sein Interesse für Verkehrspolitik und Infrastruktur mit seiner Begeisterung für Dänemark und Skandinavien kombinieren konnte. Für seine Masterarbeit kehrte er für einige Wochen zurück nach Kopenhagen, wo er bereits 2011/12 studierte. Praxiserfahrungen sammelte er neben dem Studium durch Tätigkeiten unter anderem im Bundestag und im Berliner Abgeordnetenhaus, in der Pressestelle eines Zugherstellers und zuletzt bei einem Berliner Think Tank.

Ort:

Femern A/S,
c/o Miller & Meier Consulting 
Französische Str. 55,
10177 Berlin
Vor dem Eingang klingeln!
Der Eintritt ist frei.

Dienstag, 18.10.2016, 19:00 Uhr s.t.

Stockholm, Berlin, Leipzig – Was macht Städte attraktiv für Start-ups?
Christian Berg

Start-ups bekommen als Motoren für Wachstum und als Antrieb für Innovationen immer mehr Aufmerksamkeit. Zwischen den europäischen Hauptstädten wächst der Wettbewerb darum, die neuen Gründungen bei sich anzusiedeln. Berlin schneidet in diesem Rennen um die besten Köpfe und Geschäftsideen sehr gut ab und hat sich in vielen Rankings erfolgreich neben anderen europäischen Städten, wie London und Stockholm, positioniert.

Was macht Berlin für Start-ups so attraktiv? Welche Rolle spielen Netzwerke zwischen Hochschulen und Wirtschaft? Welche politischen Rahmenbedingungen sind erforderlich? Warum gründen mehr Männer als Frauen? Wie unterscheidet sich die Berliner Start-up-Szene von anderen Städten und was kann von ihnen gelernt werden? Zum Beispiel von Stockholm, das mit Spotify und Skype erfolgreiche "Unicorns" hervorgebracht hat? Diesen Frage wollen wir in einem Hintergrundgespräch mit Christian Berg nachgehen, der Auszüge seines schwedischen Berichts Deutschland, Start-ups und Innovation vorstellt, den er im April 2016 im Auftrag des schwedischen Außenministeriums verfasste.

Christian Berg hat 20 Jahre als Diplomat im schwedischen Außenministerium gearbeitet, unter anderem als Abteilungsleiter für Presse, Wirtschaft, Öffentlichkeitarbeit und Kultur an der schwedischen Botschaft in Berlin. Heute ist Christian Berg als Geschäftsführer der AllBright-Stiftung in Berlin tätig.

Ort:

Fraunhofer-Forum Berlin
Anna-Louisa-Karsch-Straße 2, 10178 Berlin
Raum "Großes Forum"


Die Veranstaltung findet mit freundlicher Unterstützung der Fraunhofer-Gesellschaft statt. Eine Anmeldung in Form einer kurzen E-Mail an anmeldung@for-n[dot]de ist bis zum 14. Oktober erforderlich.

Dienstag, 8. März 2016, 19 Uhr

Benjamin Schaller
Das Narrativ vom Krieg in der Arktis

Das Abschmelzen der arktischen Eisdecke hat unter den Arktisanrainern einen regelrechten Wettlauf um die in der Arktis vermuteten großen Gas- und Ölvorkommen sowie über die Kontrolle lukrativer Handelsrouten ausgelöst. Die arktischen Staaten und insbesondere Russland versuchen deshalb ihre Interessen in der Region frühzeitig zu sichern und untermauern ihre Gebietsansprüche zunehmend auch militärisch. Dieses Narrativ einer offenbar unvermeidlichen militärischen Konfrontation im hohen Norden scheint sich mehr und mehr in den allgemeinen Sicherheitsdiskurs zur Zukunft der Region einzuschleichen, mit einer Ausnahme, innerhalb der Arktis selbst. Was sind die Gründe hierfür und was ist dran am "Kalten Krieg in der Arktis"?

Benjamin Schaller ist seit November 2014 PhD-Kandidat und Research Fellow am Centre for Peace Studies an der Arctic University of Norway in Tromsø. Er forscht dort zu Fragen arktischer Sicherheit, militärischer Kooperation und Vertrauensbildung. Davor absolvierte er seinen Master am Department for Peace & Conflict Research an der Uppsala University in Schweden sowie seinen Magister in Politik- und Medienwissenschaft an der Universität Trier. Seit März 2015 arbeitet er als politischer Referent im Auswärtigen Amt und ist dort für den politisch-militärischen Teil des deutschen OSZE-Vorsitzprogramms 2016 zuständig.

Ort:
Nordeuropa-Institut
Dorotheenstr. 24, Haus 3,
Raum 3.231 "Henrik Steffens"

Dienstag, 14.10.2014, 19:00 Uhr

Gunnar þór Bjarnason
Island und der Erste Weltkrieg

Der Erste Weltkrieg hat sich in vielerlei Hinsicht auf Island ausgewirkt, auch wenn er nicht eine so einschneidende Wirkung wie der Zweite Weltkrieg hatte. Bereits 1904 erreichte Island weitgehende Autonomie von Dänemark in inneren Angelegenheiten (Home Rule). Der Krieg untergrub die Verbindung mit Dänemark weiterhin. Am 1. Dezember 1918 wurde Island ein souveräner Staat. Die größte Herausforderung während des Krieges bestand darin, den Import von Lebensmitteln und Treibstoffen zu sichern. Von ausschlaggebender Bedeutung wurden Islands Beziehungen zu England und den USA. Nachdem Deutschland im Februar 1917 den uneingeschränkten U-Boot-Krieg aufnahm, stand Islands Bevölkerung am Rande einer Hungersnot. Wie in vielen anderen Ländern führten die Kriegsjahre zu schärferen Klassengegensätzen und einer zunehmenden Polarisierung der politischen Kultur. Dies alles und insbesondere die Einstellung der Isländer zum Krieg und zu den kriegführenden Parteien soll im Ostseegespräch aufgegriffen und im Anschluss eingehend diskutiert werden.

Gunnar þór Bjarnason, hat Geschichte und Politik in Reykjavík und Kiel studiert und viele Jahre an isländischen Gymnasien unterrichtet. Er ist zur Zeit Lehrbeauftragter an der Universität Islands. Zu seinen Veröffentlichungen zählen Bücher zur Geschichte der isländischen Nationalbewegung (2012) und zum Abzug der amerikanischen Streitkräfte aus Island (2008). Zur Zeit arbeitet er an einem Buch über Island im Ersten Weltkrieg.

Ort:
Nordeuropa-Institut
Dorotheenstr. 24, Haus 3,
Raum 3.231 "Henrik Steffens"

Di., 09.09.2014, 19:00 Uhr

Anne Oleischeck
Die EU-Ostseestrategie - Verbesserte Zusammenarbeit durch die Erweiterung der Akteurszahl?

Durch die Osterweiterung der Europäischen Union (EU) im Jahr 2004 ist die Ostsee zu einem EU-Binnenmeer geworden. Um die Kooperation in der Region zu forcieren, schlug die EU eine gemeinsame Strategie für den Ostseeraum vor, welche 2009 durch die Europäische Kommission umgesetzt wurde. Die sogenannte EU-Ostseestrategie verbindet unterschiedliche Politikfelder und integriert lokale, regionale, nationale und supranationale Akteure in Entscheidungs- und Implementierungsprozesse. Darüber hinaus sind verschiedene, ausschließlich im Ostseeraum agierende Organisationen und Netzwerke aktiv an dieser ersten makro-regionalen Strategie der EU beteiligt.
Doch inwiefern hat die EU-Ostseestrategie die länderübergreifende Kooperation im Ostseeraum beeinflusst? Inwieweit ist es bisher gelungen, die Vielzahl von Akteuren innerhalb der Strategie zu integrieren? In diesem Ostseegespräch werden aktuelle Forschungsergebnisse vorgestellt, welche die EU-Ostseestrategie in Hinblick auf multi-level governance Strukturen analysieren. Außerdem soll der im Mai erschienene Vorschlag der Europäischen Kommission zur Verbesserung der governance von makro-regionalen Strategien diskutiert werden.

Anne Oleischeck, studiert seit 2011 European Studies an der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder). Ihr wissenschaftlicher Fokus liegt auf der politischen Kooperation im Ostseeraum im Rahmen der EU. Die Präsentation stellt die Ergebnisse ihrer Masterarbeit vor. Ihr Bachelorstudium in Skandinavistik und Sozialwissenschaften hat sie an der Humboldt-Universität zu Berlin abgeschlossen. 2009-2010 absolvierte sie außerdem ein Auslandsjahr an der Universität Kopenhagen, Dänemark.

Dienstag, 13.05.2014,  19:00 Uhr

Reluctant Europeans - Im Norden nichts Neues?

Die Internationalen Journalistenprogramme (IJP), ein unabhängiger und gemeinnütziger Verein, fördern hochqualifizierte Redakteure, Reporter und freie Journalisten aller Medien im Alter von 18 bis 40 Jahre. Die Stipendiaten arbeiten ca. 2 Monate als Gastautoren für ausländische Redaktionen ihrer Wahl und als Korrespondenten für ihre Heimatmedien.Das Deutsch-Nordeuropäische Journalistenstipendienprogramm ist eins von 11 Programmen. Hauptgeldgeber sind die Außenministerien der nordeuropäischen Länder und das Auswärtige Amt.

Drei der insgesamt 5 nordischen Journalisten, die ihr Stipendium in Deutschland absolvieren, kommen am Dienstag dem 13. Mai 2014 zum nächsten Ostseegespräch von FOR:N. Wir freuen uns, Jelena Cabo, von NRK in Norwegen, zu Gast im ARD Hauptstadtstudio, Suvi Turtainen von der Zeitung Helsingin Sanomat in Finnland, zur Zeit bei Der Welt, und Marianne Lentz, freie Journalistin aus Dänemark, die hier bei der Berliner Morgenpost gastiert, begrüßen zu dürfen.

Im Vorfeld der Europawahl möchten wir mit Ihnen über die Europadebatte in ihren Ländern diskutieren. Gibt es neue Entwicklungen und Themen im europapolitischen Diskurs? Wie steht es mit dem sprichwörtlichen Euroskeptizismus in Nordeuropa? Und was machen die Rechten?

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