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Zwischen Walspeck und Robbenfleisch

Von Kathrin Friedrich

Das Wort Eskimo – „Rohfleischesser“ – hören die Bewohner Grönlands nicht sonderlich gerne, doch spiegelt es die traditionelle Küche des Landes gut wieder. So besteht die klassisch grönländische Kost doch vor allem aus getrocknetem und rohem Fleisch, hauptsächlich Robbe, und Fisch. Das Fleisch lieferte den Einheimischen die Energie für ein Leben und Arbeiten in arktischer Kälte.

Vor noch 100 Jahren ging es auf Grönland um das nackte Überleben, so dass sich die Küche der Inuit nicht mit der Haute Cuisine anderer Länder vergleichen lässt. Gewürze kennt die traditionelle Küche Grönlands nicht, ein paar Spritzer Meerwasser mussten zum Salzen genügen. Brennmaterial war stets rar, so dass viele Gerichte ungekocht in den Magen wandern mussten. Das Nationalgericht Suaasat, eine Suppe aus Robbenspeck, Reis und Wurzelgemüse bedeutete in diesen Zeiten einen wahren Luxus und Gaumenschmaus. Das Robbenfleisch ist dem Rindfleisch sehr ähnlich, nur sehr viel dunkler beinah schwarz.

Das berühmteste Gericht der Ostküste ist bis heute Ulisimali. Auch wenn es wahrlich nicht mehr oft aufgetischt wird. Zum Glück, denn es handelt sich dabei schlicht und einfach um vergammeltes Robbenfleisch, ähnlich dem Surströmming aus Schweden.

Dabei werden nur die rasierten und gewaschenen Flossen der Robbe verwendet. Diese werden dann in dicht vernähtes Robbenfell gesteckt, heute werden dafür aber auch manchmal gut schließende Blechdosen verwendet. Das Robbenfleisch muss anschließend zwei Wochen an einem warmen Ort vor sich hingären. Der daraus resultierende Gestank lässt sich nicht in Worte fassen. Für die Inuit ist diese Mahlzeit mehr Medizin als Nahrungsmittel. Es soll von innen wärmen und böse Geister aus dem Körper vertreiben, was man sich bei den beißenden Gasen gut vorstellen kann.

Es gibt auf der grönländischen Speisekarte jedoch auch durchaus wohlschmeckende Gerichte, wie marinierte Forellen, geräucherten Lachs und Walfleisch, Kamm-Muscheln, Mochusochsensteaks und Lammkoteletts. Eine Reise in die Esskultur Grönlands lohnt sich also allemal.

(Quelle: Geo Special Nr. 1 Febr./März 2005 „Island, Grönland, Spitzbergen“)

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