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Steen Hansen
Steen Hansen Foto: privat

„Am Anfang war ich etwas einsam“ Steen Hansen im Gespräch mit KULTURHUS BERLIN

Steen Hansen (42) arbeitet als Elektriker in Middelfart auf Fünen. Mitte der 1990er Jahre ging er für drei Jahre nach Grönland.

KULTURHUS BERLIN: Warum sind Sie damals nach Grönland gegangen? Was war Ihre Arbeit?

Steen Hansen: Ich arbeitete in Sønderstrømfjord. Der Grund für mich, damals nach Grönland zu gehen, war, dass es zu dem Zeitpunkt in Dänemark keine Arbeit gab. Ich arbeitete als Elektriker auf einem Flughafen, wo ich für die gesamte Elektrik verantwortlich war – angefangen von den Leuchten auf der Landebahn bis hin zu den Wohnungen der Flughafenmitarbeiter.

KULTURHUS BERLIN: Hatten Sie keine Angst, dass es zu einsam ist auf Grönland?

Ja, doch, man kann schon einsam werden, aber das lag mehr daran, dass ich so weit weg von zu Hause war. Aber ich blieb dort gut drei Jahre. Und es war vor allem nur am Anfang, dass ich mich ein bisschen einsam fühlte.

KULTURHUS BERLIN: Was war der große Unterschied zwischen Dänemark und Grönland, was war vollständig neu für Sie?

Die Natur ist einzigartig, die Luft ist rein, aber das, was einmalig ist, das ist die Stille, die es dort gibt. Ein anderer Punkt ist, dass die Grönländer wahnsinnig gastfreundlich sind und jede Gelegenheit nutzen, um zu feiern.

KULTURHUS BERLIN: Ist es üblich, dass Dänen nach Grönland gehen, um dort zu arbeiten?

Es sind viele Dänen, die hochfahren. Und es gibt immer noch eine große amerikanische Militärbasis in Thule, und dort gibt es immer noch viele Dänen.

KULTURHUS BERLIN: Wie war das mit der Sprache? Sprachen Sie dänisch?

Ja, auf Grönland sprechen die Menschen Dänisch, wodurch das mit der Sprache kein Problem war.

KULTURHUS BERLIN: Und welche Erfahrungen haben Sie ansonsten mit der grönländischen Gesellschaft, mit den Leuten vor Ort gemacht?

Wenn man sie akzeptiert, wie sie sind, dann sind es herrliche Menschen, aber man sollte verstehen, dass sie eben ihre eigene Art haben zu leben und die ist nicht unbedingt typisch „dänisch“. Sie nehmen sich Zeit auf eine andere Weise, und sind nicht so darauf fokussiert wie wir, Dinge zu schaffen. Wenn da Tiere sind, die man jagen kann, dann tut man es. Und dann kann die Arbeit warten, weil die Tiere ja morgen nicht mehr da sind.

KULTURHUS BERLIN: Kennen Sie andere Dänen, die in Grönland waren?

Ja, einige meiner besten Freundschaften stammen aus dieser Zeit, und die meisten Dänen, die ich auf Grönland kennen lernte, sind wieder zurückgekommen. Aber es gibt auch einige, die auf Grönland geheiratet haben und dort oben geblieben sind.

KULTURHUS BERLIN: Sie sind nun zurück, wie war es für Sie, wieder in Dänemark zu sein?

Ich war dort oben etwa drei Jahre von Anfang 1994 bis Ende 1996. Es war wie es immer ist, wenn man nach Hause kommt. Ich vermisste es, wie es dort war und war froh, wieder nach Hause gekommen zu sein. Aber es wäre wunderbar, noch einmal nach Grönland hoch zu kommen.

KULTURHUS BERLIN: Und was wurde aus Ihrem Schneemobil?

Das musste natürlich mit nach Dänemark.

Das Gespräch führte Ulrike Schulz

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