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Die ganze Welt schaut gespannt auf Kopenhagen:

Von Bert Bugdahl

Die Weltöffentlichkeit wird im Dezember erwartungsvoll auf Kopenhagen blicken. Dort soll beim UN-Weltklimagipfel unter dem Vorsitz Dänemarks ein Nachfolgeabkommen für das Kyoto-Protokolls verhandelt und beschlossen werden. Dass das “Kyoto-Protokoll” keine hinreichende Antwort auf den Klimawandel sein konnte, war schon lange absehbar. In den 1990er Jahren mangelte es vor allem an der Einsicht in den Ernst der Lage und an der Dringlichkeit des Handlungsbedarfs. Daher verlor man sich in internationalen Streitigkeiten über die Höhe der jeweiligen Treibhausemissionen. Immerhin legte aber das 2012 auslaufende Kyoto-Abkommen 1997 erstmals verbindliche Zielwerte für den Ausstoß von Treibhausgasen in den Industrieländern fest. Es wurde vielfach dafür kritisiert, dass es ihm nicht gelang, die USA, den größten Emittenten mit ins Boot zu holen. Dafür hatten mehrere OPEC-Staaten im Verlauf der Jahre ihre Vorbehalte aufgegeben und das Übereinkommen ratifiziert. Heute existiert nicht nur der Wille einzelner Staaten, sondern auch der Konsens der Staatengemeinschaft darüber, dass die Klimaprobleme keinen Aufschub dulden und sofort effektiv gehandelt werden muss. Gestärkt durch einen neuen, engagierten amerikanischen Präsidenten gibt es heute den klaren Willen der Weltgemeinschaft, die Herausforderungen gemeinsam anzugehen.

Die dänische Klima- und Energieministerin, Connie Hedegaard, hat sich als Gastgeberin des im Dezember beginnenden UN-Klimagipfels zum Ziel gesetzt, den Ausstoß von CO2 nachhaltig zu reduzieren und die Welt langfristig von fossilen Brennstoffen unabhängig zu machen. Daher will sie die nachhaltigen Energiequellen konsequent ausbauen. Es geht ihr darum, weltweit die Lücke zwischen dem enormen Potential erneuerbarer Energien und deren aktuell relativ geringen Marktanteil am Energieverbrauch zu schließen.

Connie Hedegaard verfolgt allerdings auch einen neuen Ansatz im Kampf um die Reduktion der Emissionen: Bislang haben nur Industrienationen einen verbindlichen Beitrag leisten müssen, da sie 1997 noch zu zwei Dritteln für alle Emissionen verantwortlich waren. Das Blatt hat sich seither deutlich gewendet: Heute kommt mehr als die Hälfte der Emissionen aus Entwicklungsländern. Hedegaard schlägt daher vor, dass der Weltklimagipfel auch Entwicklungs- und Schwellenländer einbindet. Anlässlich der Konferenz zur Gründung von IRENA (Internationale Agentur für erneuerbare Energien) in Bonn sagte Hedegaard, dass gerade verschiedene Konzepte entwickelt würden, die dafür sorgen sollen, dass große Schwellenländer wie China und Indien zu einer freiwilligen Begrenzung ihrer Emissionen gebracht werden können. Das könnte praktisch so aussehen, dass Entwicklungsländer bei Einhaltung ihrer Klimaziele, beispielsweise in Form von geldwerten Emissionsrechten belohnt und bei Nichteinhaltung mit Sanktionen belegt würden.

Trotz dieses neuen Modells besteht für Hedegaard kein Zweifel daran, dass die Industrienationen mit gutem Beispiel vorangehen müssen und ihre Emissionen tatsächlich und absolut reduzieren müssen. Dänemark hat seine Hausaufgaben schon gemacht: Bis 2010 wird die dänische Regierung knapp 19 Millionen Euro für die Erforschung und Entwicklung klimafreundlicher Technologien verwenden. Und das ist erst der Anfang: Dänemark hat sich nämlich vorgenommen, das energieeffizienteste Land Europas zu werden.

Bert Bugdahl ist Presseattaché der Kgl. Dänischen Botschaft in Deutschland.

Mit besten Grüßen, KULTURHUS BERLIN und Förderverein des Kulturhus Berlin e.V.

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