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Da Louisiana stjal billedet

Als Louisiana das Bild stahl. Ein Bildband über das Museum für moderne Kunst am Öresund

Wer schon einmal dort war, ist begeistert. Nicht nur die moderne Kunst lockt. Das Museum selbst ist es, das Besucher in Scharen anzieht: Man tritt ein in eine alte Villa, um einen Rundgang durch Erweiterungsbauten verschiedener Epochen mit unterschiedlichen Kunstausstellungen anzutreten. Die Bauten, die im Laufe der Zeit zur alten Villa hinzukamen, führen mal überirdisch, mal unterirdisch durch das Museum. Der letzte Komplex aus den neunziger Jahren ist von außen nicht sichtbar – er wurde unter der Erde angelegt, um den Park des Museums mit seinen Skulpturen und dem wunderbaren Ausblick über den Öresund nicht zu zerstören.

Der Erfolg, den Louisiana heute genießt, war zu Beginn nicht absehbar. Zu seiner Gründung 1958 war es ein Skandal ersten Ranges: Ausstellungen in einem Privathaus, dazu noch in einer bourgeoisen Villa mit dazugehöriger Cafeteria, darauf angelegt, das Publikum zu begeistern – unerhört! Jahre später zeigte sich, dass Knud W. Jensen, Sohn einer reichen Kaufmannsfamilie und Gründer des Museums, Recht hatte mit seinem Konzept. Sich selbst sah er als eine Art aufmerksamen Gastgeber. Ein Besuch in Louisiana sollte wie die Stippvisite bei einem exzentrischen Onkel sein – nett und entspannend ein Gefühl von Zuhause vermitteln. Louisiana wurde mit der Zeit allen Kritikern zum Trotz international zum Vorbild eines attraktiven Museums. Dieses Jahr feierte das Mekka für moderne Kunst im Norden von Kopenhagen seinen 50. Geburtstag und die Journalistin Pernille Stensgaard lieferte das passende Geschenk dazu: Einen vierhundert Seiten starken Bildband über Geschichte und Gründer des Museums.

Pernille Stensgaard arbeitet nicht nur die Entwicklung des Museums auf, sondern auch die der dänischen Kulturgeschichte der Nachkriegszeit. Sie tut dies untermalt von zahlreichen Fotografien des Museums, seiner Betreiber, Gäste und Ausstellungen. Nicht unberücksichtigt bleibt dabei das "dunkle Geheimnis" des Museumsgründers Knud W. Jensen, seine Mitgliedschaft im "Ringen", einem Kreis von Sympathisanten des Nationalsozialismus. Es gibt Stimmen, die behaupten, seine daraus resultierenden Schuldgefühle seien der wahre Motor für sein Mäzenatentum gewesen. Die Ausradierung dänischer Kunst in Louisiana, der Status der Kunst in den Jahrzehnten seit der Gründung des Museums, der Vorzug, dort frei von Kunsthistorikern arbeiten zu können oder die Hintergründe des Weggangs von Museumsdirektor Lars Nittves sind allesamt weitere Themen des Buches, die es zu einer spannenden Lektüre machen. Auch wenn die kunsthistorischen Entwicklungen teilweise stark vereinfacht wiedergegeben wurden, wurde das Buch zu recht von den Kritikern in Dänemark sehr positiv aufgenommen.

Inken Dose

Pernille Stensgaard
Da Louisiana stjal billedet

Erhältlich auf
Dänisch, Schwedisch und Englisch

Gyldendal 2008
1. Ausgabe
Gebunden
400 Seiten

ISBN-13:
9788702046045

349 DKK (ca. 46,90 EUR

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