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RückblickAutorin, Künstlerin und Leuchtturmwärterin: Boel Westin stellte ihre Biographhie über Tove Jansson in Berlin vor

Am 19. Februar präsentierte Boel Westin tiefe Einblicke in Leben und Werk der finnlandschwedischen Autorin und Künstlerin Tove Jansson. Der gut besuchte Vortrag, der zum Rahmenprogramm der Mumin-Ausstellung „Schweben – Träumen - Leben“ gehörte, sprach sowohl Tove Jansson „Kenner“ als auch „Neulinge“ an. Eingeleitet wurde der Abend durch Marjaliisa Hentilä, die Leiterin des Finnland Institutes, sowie Inken Dose und Katrin Hecker vom KULTURHUS BERLIN, die dem Publikum das Mumin-Ausstellungsprojekt und die Autorin vorstellten.

Grundlage des wissenschaftlichen Vortrags Tove Jansson, Author, Artist and Lighthouse Keeper war die von Boel Westin verfasste Biographie über Tove Jansson Tove Jansson: Ord, bild, liv („Tove Jansson: Wort, Bild, Leben“). Weil sie die erste Autorin war, die uneingeschränkten Zugang zu sämtlichen Quellen, einschließlich Interviews mit Tove Jansson und ihrer Familie hatte, gilt ihr Buch als die erste autorisierte Biographie über die Mumin-Autorin.

Großen Wert legte Boel Westin darauf, ihren Zuhörern die Vielschichtigkeit von Tove Janssons Leben nahe zu bringen. Tove Jansson wurde zwar als Autorin der Mumin-Bücher international bekannt, aber sie hatte auch als Malerin großen Erfolg, der oft hinter ihre literarischen Werke zurücktreten musste. Auch wollte sie einst Leuchtturmwärterin werden, konnte diesen Wunsch aber nie in die Tat umsetzen. Dennoch wurde er wahr – allerdings anders, als gedacht, denn als Autorin wies sie durch ihre Bücher vielen Lesern den Weg, leitete sie, schuf mit ihren Bücher ein lichtes „Zuhause“.
Als Tochter zweier Künstler war sie dazu geboren, ebenfalls eine Künstlerin zu werden. Ihr Talent zeigte sich früh – bereits mit 14 Jahren begann sie zu schreiben und zu malen. Ihre künstlerische Identität war von Beginn an dual. Sie sah sich selbst immer als Autorin und Künstlerin. Der internationale Durchbruch gelang ihr mit der Mumin Comic-Serie, die in den 1950er Jahren gleichzeitig in 120 Zeitung in 40 Ländern erschien.

Der von Tove Jansson geschaffene Mumin veränderte seine Form im Laufe der Zeit. Die kleine, schmale Figur mit spitzen Formen wurde in den 1950er Jahren mit Erscheinen des Comics immer runder und dicker. Boel Westin interpretierte dies als Zeichen dafür, dass der Mumin bzw. der Erfolg der Mumin-Geschichten und Comics Tove Janssons anderer künstlerischer Arbeit, dem Malen, im Weg stand und mehr und mehr Platz vereinnahmte.

Typisch für Tove Janssons Arbeiten war, dass ihre Bilder erzählen und ihre Bücher sehr visuell sind. Die Dualität zeigt sich auch hier. Obgleich sie selbst nie eine Biographie über sich verfasste, taucht Tove als Person doch in vielen ihrer Bücher auf: Ob in der „Tochter des Bildhauers“ oder „Muminpappas Memoiren“ – ein bisschen von ihr selbst ist überall zu finden, auch wenn sie andere Personen für sich sprechen lässt.

Durch den Vortrag von Boel Westin konnten sowohl Mumin-Fans als auch Nicht-Kenner des Werkes von Tove Jansson einen ersten Einblick in das facettenreiche Leben der Mumin-Autorin gewinnen. Ab März wird Tove Jansson durch die Mumin-Austellung in der Gelben Villa in Kreuzberg und eine Fotoausstellung über sie im Finnland-Institut den Berlinern noch näher gebracht.

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