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Gunnar "Kjakan" Sönsteby
Gunnar Sønsteby, Fotoquelle: Norges Hjemmefrontmuseum

Gunnar Sønsteby, auch Kjakan oder No.24 genannt, gehört zu den bekanntesten Widerstandskämpfern Norwegens während des Zweiten Weltkrieges. Bei Ausbruch des Krieges ließ sich der damals 22-jährige aus Rjukan in Telemark von seiner Stelle als Revisorassistent in Oslo beurlauben, um an den Kämpfen in Nordnorwegen teilzunehmen. Nach der Kapitulation Norwegens im Juni 1940 schloss er sich dem Widerstand an und schrieb für die illegale Presse, darunter die illegale Zeitung „Vi vil oss et land“, für die auch Max Manus arbeitete. Er baute ein Netzwerk aus Kontakten zu Widerstandsgruppen und konspirativen Wohnungen auf, reiste als Kurier zwischen Oslo und Stockholm hin und her und wurde schließlich Vertrauensmann der Special Operations Executive (SOE), einer geheimen britischen Militäreinheit.

Verfolgt von der Gestapo ging er im Mai 1943 nach Großbritannien zu einer geheimdienstlichen Ausbildung bei der Norwegian Independend Company No. 1, der so genannten Kompanie Linge. Nach seiner Rückkehr leitete er von 1944 bis zum Ende des Krieges die so genannte Oslo-Gang, eine Sabotageeinheit der Kompanie Linge, die Anschläge auf deutsche Munitionslager, Schiffe, Flugzeuge und Eisenbahnlinien verübte. Zu Sønstebys spektakulärsten Aktionen gehören u.a. eine Anschlagsserie auf das Arbeitsamt in der Akersgate, Lochkartenmaschinen und einen Lastwagen mit Lebensmittelkarten, wodurch er zehntausende junger Norweger vor der Einberufung an die Ostfront bewahrte, oder die Sprengung der Waffenfabrik in Kongsberg. Bei der Gestapo führte er die Liste der meistgesuchten Norweger an, entging einer Festnahme jedoch immer wieder mithilfe seiner unzähligen falschen Identitäten und Deckadressen, seinem anonymen Äußeren und seinem Instinkt für Gefahr. „Kjakan“, der Name, der ihn bis heute begleitet, leitet sich von dem nicht ganz ernst gemeinten Decknamen Umulius Kjakabråten ab, den er in der Oslo-Gang führte.

Unmittelbar nach der Befreiung Norwegens im Mai 1945 war Gunnar Sønsteby Chef der königlichen Leibgarde und für die Bewachung Vidkun Quislings verantwortlich. Ab Herbst 1945 studierte er an der Havard Business School in den USA und arbeitete nach seiner Rückkehr nach Norwegen 1950 als Geschäftsmann. Er erhielt als bisher einziger Norweger das Kriegskreuz mit drei Schwertern und ist damit der höchstdekorierte Bürger seines Landes. Um die Erinnerung an die Geschehnisse des Zweiten Weltkriegs lebendig zu halten, hat Gunnar Sønsteby mehrere Bücher veröffentlicht und reist zu Vorträgen durch ganz Norwegen und um die Welt. Mit seinen 92 Jahren arbeitet er auch heute noch täglich zusammen mit seiner Frau Anne-Karin Sønsteby in seinem Büro im Norwegischen Heimatfrontmuseum in Oslo.

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