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Licht-Gestalten im Felleshus

Finnischer Winter als Inspiration für schönes Licht. Eine neue Ausstellung zeigt ungewöhnliche Leuchten aus dem Norden.

Was ist Licht eigentlich? Lässt man die wissenschaftliche Definition einmal außen vor, kann man diese Frage vielleicht mit dem Kontrast zur Dunkelheit erklären: Licht fällt immer dort auf, wo es dunkel ist und besonders sichtbar wird es durch Schatten. Licht blendet uns an gleißenden Sommertagen und es fehlt uns in den kurzen Tagen des Winters, die immer näher rücken.

Durch Licht und Schattenspiele haben sich auch finnische Designer/innen bei der Gestaltung von Leuchten inspirieren lassen, die in der Ausstellung "Die finnische Dunkelheit oder wie gestaltet man Licht?" im Felleshus der Nordischen Botschaften gezeigt werden. Hier kann man beobachten, wie Licht so organisiert wird, dass es nicht nur Helligkeit, sondern auch Schönheit erzeugt. Die Designer/innen spielen mit Schatten, um Raum und Muster sichtbar zu machen. Der feine Schatten eines Zweiges auf der Fläche unter der Leuchte "Lehvä" von Jukka Korpihete fesselt die Aufmerksamkeit des Betrachters. Ebenso das filigrane Muster einer Blüte, das "Illusia" von Kirsti Taivola auf ein Tischtuch wirft. Die Optik des Glases schafft unterschiedliche Muster, ähnlich einer handgeblasenen Glasglocke.

Die Lichtspiele der Natur dienen nicht nur als wichtige Inspirationsquelle der Designer/innen, sondern liefern auch das Material für die Leuchten selbst. Päre ist das finnische Wort für Holzschindel, durch das "Pare" von Oliver Walter seinen Namen trägt. Die Idee entstand durch Leuchten früherer Jahrhunderte. Ein Stück Birkenholzrinde wurde an einem metallenen Halter an die Wand geklemmt und angezündet und spendete so Licht und Wärme. Finnisches Holz verarbeitet auch Seppo Koho bei "Octo 4240"und "Octo 420", der durch Seezeichen der finnischen Meere inspiriert wurde. Und auch Samuli Naamanke arbeitet mit natürlichem Material. Sein durchscheinender Leuchtenschirm "Roll On" besteht aus gepresster Maisstärke und ist zu 100 Prozent biologisch abbaubar.

Die finnischen Winterabende sind lang, an manchen Tagen spendet die Sonne gerade einmal fünf Stunden Licht am Tag. Ist man so lange Zeit des Tages auf künstliches Licht angewiesen, so müssen sich Menschen Lichtquellen erdenken, die nicht nur Benutzerfreundlich sind, sondern auch Gemütlichkeit gestalten. Die Leuchte "Centerpoint für Dayground" von Terhi Tuomine besteht aus aneinander gelehnten Scheiten, dessen Licht die Assoziationen an das warme Licht eines Lagerfeuers hervorruft.

Wie wir Licht wahrnehmen ist auch von der Form abhängig; wie es präsentiert wird. Besonderen Einfallsreichtum zeigen die finnischen Designer/innen nicht nur bei der Bündelung des Lichtes, sondern auch bei der Form der Leuchten. "Medusa" von Mikko Paakkanen besteht aus einem Bündel von Leuchtsträngen und kann ihre Gestalt verändern. Durch eine elektronische Steuerung wird sie langsam zur Kugel oder zieht sich in die Länge.

Die Ausstellung finnischer Design-Leuchten zeigt eine Bandbreite von Möglichkeiten, Licht nicht nur praktisch zu nutzen, sondern gleichsam eindrucksvoll zu gestalten. Vielleicht blickt man durch die gezeigten Ideen der finnischen Designer/innen, dem Winter und seinen langen Abenden nicht mehr ganz so streng entgegen. Die Ausstellung "Die finnische Dunkelheit oder wie gestaltet man Licht?" ist noch bis 29.10.2011 im Gemeinschaftshaus Felleshus der Nordischen Botschaften zu sehen.

Karina Wolfsdorff

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