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Men filmen är min älskarinna

Eine Filmlegende in der Nahaufnahme

In seinem neuen Film „Men filmen är min älskarinna“ hat Stig Björkman nach „Bilder aus der Spielstube“ (2009) wieder eine Dokumentation über den schwedischen Meisterregisseur Ingmar Bergman gedreht.

Der Film nimmt den Zuschauer mit hinter die Kulissen der späten Bergman-Werke und portraitiert den schwedischen Regisseur aus einer neuen Perspektive. Im Mittelpunkt des Filmes steht nicht sein ausschweifendes Privatleben, sondern seine Arbeit hinter der Kamera, für die er eine ebenso große Leidenschaft empfand.

Der Film besteht aus Archivmaterial sowie Filmausschnitten aus Produktionen von „Persona“ (1966) bis „Sarabande“ (2003) und auch neu gedrehten Szenen, woraus Björkman eine vielseitige Collage kreiert. Die Schauspielerin Liv Ullmann, langjährige Kollegin und Weggefährtin Bergmans, begleitet uns durch die Dokumentation und schildert ihre persönlichen Eindrücke und Erfahrungen mit Bergman. Wir erfahren auch von Erinnerungen internationaler Regiegrößen: Lars von Trier, Woody Allen, Martin Scorsese, Olivier Assayas und Bernardo Bertolucci bringen vor laufender Kamera ihre Bewunderung und ihren Respekt gegenüber Bergman zum Ausdruck. Ebenso werden Ausschnitte aus Interviews mit Ingmar Bergman selbst eingespielt, welche auch seine selbstreflexiven Gedanken und Ängste zum Ausdruck bringen. Neben dem Genie wird damit auch der Mensch Bergman fassbar.

Ingmar Bergmans Arbeitsprozess wird durch die Gegenüberstellung von Aufnahmen am Set und der fertigen Filmsequenz dokumentiert. Der Zuschauer erlebt die freundschaftliche, fast familiäre Atmosphäre am Set, den engen Kontakt zwischen Regisseur und Schauspieler, die präzisen Regieanweisungen Bergmans, sowie die Leidenschaft und den Spaß am Film. Deutlich wird dabei Bergmans Talent, den Akteuren vor und hinter der Kamera seine Vision zu vermitteln und diese mit ihnen gemeinsam auf die Leinwand zu bringen. Unentbehrlich ist dabei sein langjähriger Freund und Kameramann Sven Nykvist.

Die Aufteilung des Filmes in verschiedene, an den Filmen angelehnte Kapitel ist hilfreich. Dennoch trägt sie nicht unbedingt zum Verständnis des ganzen Films bei, da sie durch weitere Unterteilungen und viele Kommentare zu unübersichtlich wird. Davon abgesehen bietet die Dokumentation einen detaillierten und ansprechenden Einblick in die engagierte Arbeit Bergmans und lässt sein imposantes Spätwerk angemessen Revue passieren. Besonders interessant wird der Film durch die Mischung von persönlichen Statements und Archivmaterial und den fließenden Übergang von Szenen hinter den Kulissen und dem fertigen Filmausschnitt.

Bergmans Ausspruch „The theater is my loyal wife, but film is my mistress“ war dem Regisseur Stig Björkman offenbar in Erinnerung geblieben. Er lebt in dieser Dokumentation weiter und verleiht ihr die Bergmansche Seele.

Kerstin Kock, Hannah Tischmann, Maike Müller

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Mittwoch, 11. Oktober 2017
19:00 - Tore, himlen & havet | Tore, der Himmel & das Meer
D/SE 2016 | 57 Min. | Dokumentarfilm | Original (schwedisch) mit deutschen Untertiteln | R Maria Mogren, Jens von Larcher

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