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I rymden finns inga känslor

Flucht ins Rationale. Die turbulente und liebevoll erzählte Geschichte eines Jungen mit Asberger-Syndrom

Simon hat das Asperger-Syndrom. Das bedeutet für Simon, dass er eine zwanghaft strenge Tagesstruktur einhalten muss. Am liebsten wäre Simon Astronaut, ganz nach dem Originalfilmtitel I rymden finns inga känslor, zu Deutsch: Im Weltraum gibt es keine Gefühle. Denn Gefühle und menschliche Interaktion verwirren Simon und sind ihm unverständlich. Weil sein großer Bruder Sam der einzige Mensch ist, der ihn versteht und ihm die Welt erklären kann, zieht Simon bei Sam und dessen Freundin ein. Es stellt sich bald heraus, dass das Zusammenleben auf Dauer nicht möglich ist, denn Simons Autismus erfordert einen streng geregelten Tagesablauf und eine feste Rollenverteilung, der sich alle unterordnen müssen. Also stellt Sams Freundin ihn vor die Wahl: Sie oder sein Bruder. Sam entscheidet sich für Simon, woraufhin sich seine Freundin von ihm trennt und auszieht. Allerdings ergeben sich daraus auch für Simon neue Probleme: Wer macht jetzt den Abwasch? Und wer ist für Sam da? Simon merkt schnell, dass Sam zum Glücklichsein eine neue Freundin braucht und die will er ihm auf seine ganz eigene Art suchen. Dabei muss er feststellen, dass man bei der Liebe nicht so wissenschaftlich vorgehen kann, wie er es sich gedacht hatte, da immer etwas Unerwartetes passieren kann. Sein Bruder Sam versucht ihm, mit Hilfe von Beispielen aus der Physik, die Gedanken, Gefühle und Handlungsweisen der Menschen zu erklären. Mit Hilfe von grafischen Elementen im Film, wie zum Beispiel Smilies und Uhrzeiten, gelingt es dem Regisseur, dem Zuschauer Simons rationale Sicht auf die Welt plastisch näher zu bringen, und es wird deutlich, wie schwierig das Zusammenleben mit einem Autisten ist.

„Simple Simon“ ist die Abschlussarbeit und der erste Spielfilm des Regisseurs Andreas Öhman, Jahrgang 1985, und zu Recht der schwedische Kandidat für die Oscar-Nominierung 2011. Öhman gelingt die liebenswürdige und humorvolle Darstellung eines Jungen mit Asperger-Syndrom und dessen sozialem Umfeld. Trotz der schwierigen Thematik bringt einen der Film zum Lachen und lässt das Publikum mit einem wohligen Gefühl und einem Lächeln auf den Lippen nach Hause gehen. Eine durch und durch sehenswerte Komödie!

Antje Stupperich, Hanna von Scheven, Lisa Wolter

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