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Musikgeschichte Nordeuropas. Dänemark-Finnland-Island-Norwegen-Schweden

Musikgeschichte Nordeuropas

Im deutschsprachigen Raum war bisher kaum eine, schon gar nicht aktuelle Darstellung zur Musikgeschichte der einzelnen nordischen Länder zu finden. Mit der „Musikgeschichte Nordeuropas“, einem Projekt der Schwedischen Musikakademie, gelingt allerdings eindrucksvoll der Versuch, diesem Manko Abhilfe zu verschaffen. Nach der schwedischen Originalausgabe „Musik i Norden“ von 1997 liegt nun die deutsche Übersetzung vor, „die erste Musikgeschichte Nordeuropas, die seit fast hundert Jahren in deutscher Sprache erscheint“, wie es in der Vorbemerkung zur Ausgabe heißt.

In den Mittelpunkt rücken mit Dänemark, Norwegen und Schweden nicht nur die skandinavischen Länder im engeren Sinn, sondern auch Finnland und – unbedingt lesenswert – Island. Erklärt wird der „Norden“ gleichermaßen als Kulturraum und Raum der Kulturen. Besonders lobenswert ist daher der Ansatz, nicht die Geschichte der einzelnen Länder monografisch abzuhandeln. Systematische Fragestellungen spielen eine Rolle. So werden beispielsweise die Entwicklungen auf dem Gebiet der Kirchenmusik, der Symphonik, des Chorgesangs oder des öffentlichen Musiklebens und Konzertwesens länderübergreifend und vergleichend betrachtet. Dadurch kann man wirklich von einer Musikgeschichte des „Nordens“ sprechen.

Die meisten Kapitel werden durch Aufsätze verschiedener renommierter Musikwissenschaftler bestritten, die allesamt aus dem nordischen Raum stammen. Mit Heinrich W. Schwab konnte auch ein deutscher Forscher gewonnen werden, der das Verhältnis zwischen Musik und Landschaft beleuchtet, das für die Musik des Nordens als von grundlegender Bedeutung einzuschätzen ist.

Der zeitliche Rahmen bewegt sich großzügig zwischen dem Bronzezeitalter (1800-500 v. Chr.) und seinen Bronzeluren bis zum späten 20. Jahrhundert. Neben der Kunst- wird auch die Popularmusik ins Blickfeld genommen. Dabei wird anschaulich dargestellt, wie Musikkultur im Norden bis heute gesellschaftlich gesehen, platziert und gefördert wird.

Trotz der hohen akademischen Basis ist das Buch für jeden zugänglich aufbereitet und auch sprachlich entsprechend ausgerichtet. Der popularwissenschaftliche Stil schreckt nicht ab, sondern lädt zum Lesen ein, entweder punktuell oder auch über längere Abschnitte und Kapitel hinweg. Um den in Mitteleuropa bisweilen fremden Norden auch optisch sichtbar zu machen, sind zahlreiche, mitunter farbige Abbildungen enthalten, die auch in ihrer Druckqualität beeindrucken.

Ein weiterführendes Literaturverzeichnis zu jedem Kapitel sowie ein ausführliches Personenregister runden die „Musikgeschichte Nordeuropas“ ab. Allen, ob aus musikalischer Sicht oder nicht, am Norden Interessierten sei dieses Buch ans Herz gelegt – ebenso jenen, die es noch werden wollen.

DR. YVONNE WASSERLOOS

ANDERSSON, Greger (Hg.):
Musikgeschichte Nordeuropas.
Dänemark. Finnland. Island. Norwegen. Schweden.

Aus d. Schwed.
v. Axel Bruch
Christine von Bülow
u. Gerlinde Lübbers

Stuttgart u. Weimar
2001
J.B. Metzler Verlag

440 S.
320 Abb.
86 Notenbeisp.

Geb. m. Schutzumsch.
EUR 34,95

ISBN:
3-476-01841-5
ISBN:
978-3-476-01841-0

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