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Mama Muh braucht ein Pflaster

Das mit dem Schwindeln

Viele Geschichten über Mama Muh sind im Oetinger Verlag bereits erschienen. Die Bilder- und Kinderbücher stammen ursprünglich aus Schweden, und aus diesem Land kommt auch die gutmütige Kuh, um die sich in den herrlichen Büchern von Jujja Wieslander und Sven Nordqvist alles dreht. An Mama Muhs Seite befindet sich auch diesmal "die Krähe".

Alles beginnt mit einem ziemlich langweiligen Tag auf der Weide. Nur nervende Fliegen und die anderen, trägen Kühe und keine lustige Krähe weit und breit. Mama Muhs Versuch, sich davon zu schleichen und unbemerkt über den Zaun zu hopsen – scheitert natürlich. Schlimmer noch: Sie knallt mit dem Kopf gegen einen Stein und ratscht sich den Bauch auf. Eine blutende Wunde und eine große Beule, viele Tränen und dann auch noch ab in den Stall – ganz allein und bei schönstem Wetter. Sehr blöd, sehr langweilig!

Sehr interessant! Findet hingegen die Krähe und läßt sich neugierig die aufregende Geschichte der furchtbaren Verletzungen erzählen. Sie erhält von Mama Muh den Auftrag, "etwas Kaltes aus der Tiefkühltruhe" zu holen, um es auf die Beule zu legen. "Ein Würstchen oder ein Eis oder so was." Flatter, flatter, flatter. Zurück kommt eine Krähe, die nichts Kaltes dabei hat, dafür aber sich den Schnabel leckt, rülpst und mit Bauchschmerzen krank im Kuhstall liegt, wo es heiß und staubig ist, und die Beule pocht und pocht. Nun, eine echte Freundin wie "die Krähe" läßt Mama Muh ja trotzdem nicht im Stich, sie findet doch noch ein Paket gefrorenen Spinat, das sie der glücklichen Kuh auf die verbeulte Stirn legt. Dann allerdings passiert etwas Gefährliches, das beide Freundinnen fast ratlos macht. Gemeinsam tricksen sie den Bauern und den Tierarzt aus, und bald schon kann Mama Muh wieder auf die Weide. Dort gibt es eine kleine Aussprache von Kuh zu Krähe, ein Geständnis, und eine Wahrheit kommt ans Licht, noch bevor "die Krähe" im Krähenwald verschwindet.

Man kann sich nur freuen über dieses Buch. Die Seiten sind voll großer Bilder exzellent und fein dargestellter Situationen, schön farbig, aber ohne zu viele Farben. Sven Nordqvist zeigt, wie eine wirklich gelangweilte Kuh aussieht, wie sie die Augen verdreht, wenn sie ein kleines Pflaster bekommt oder welch vollendete Unordnung in einem Krähennest herrscht und wie entspannt eine Krähe faulenzt oder wie qualvoll sie unter Bauchschmerzen leidet. Eine blutende Wunde wird von Nordqvist gemalt, wie sie ist: schlimm und normal. Der Text lebt von kurzen gepfefferten Dialogen, die Sprache ist zum Lachen, für kleine und große Menschen. Und die Sache mit dem Schwindeln und den Notlügen wird so frisch und erhaben erzählt, daß es Vergnügen und Lehre ist.

Ulrike Schulz

Jujja Wieslander
Mama Muh braucht ein Pflaster
Ill: Sven Nordqvist
Aus dem Schwedischen von Angelika Kutsch
ab 4 Jahren
Oetinger Verlag 2006
32 Seiten
ISBN 3-7891-7319-3
12 EUR

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