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Nordischer Filmklub

zitty Stadtmagazin (Berlin), 7. Mai 2013

Kinotipp

Langzeitbeobachtung: Allen geht’s gut (OmU)

Indem sie mehr als 40 Jahre lang das Leben der „Kinder von Golzow“ verfolgten, schufen Barbara und Winfried Junge eine der spektakulärsten und umfangreichsten Langzeitbeobachtungen der Filmgeschichte. Ähnliches gab es aber auch andernorts, wie heute auf Anregung der Junges in der Akademie der Künste zu sehen ist. Von der Einschulung anno 1972 bis zum Jahr 2006 dokumentierte Rainer Hartleb das Leben einiger Kinder aus der rund 10.000 Einwohner zählenden Stockholmer Trabantenstadt Jordbro. Dann schuf er aus dem Material diesen rund zweieinhalbstündigen Film – seinen mittlerweile siebten über Jordbro und dessen Menschen. Ein Werk, das anhand einiger persönlicher Beispiele auch vieles erzählt über den Wandel der Zeiten und der Gesellschaft nicht nur in Schweden. Nach der Vorführung spricht Ulrike Schulz vom Nordischen Filmclub mit Rainer Hartleb, der 1944 in Deutschland geboren wurde, aber als Kind nach Schweden auswanderte. Eintritt 6, ermäßigt 4 Euro. 19.00, Akademie der Künste, Hanseatenweg 10, Tiergarten.

 

Der Tagesspiegel (Berlin), 7. Mai 2013

Kinotipp

Allen geht’s gut (OmU)

Indem sie mehr als 40 Jahre lang das Leben der „Kinder von Golzow“ verfolgten, schufen Barbara und Winfried Junge eine der spektakulärsten und umfangreichsten Langzeitbeobachtungen der Filmgeschichte. Ähnliches gab es aber auch andernorts, wie heute auf Anregung der Junges zu sehen ist. Von der Einschulung anno 1972 bis zum Jahr 2006 dokumentierte Rainer Hartleb das Leben einiger Kinder aus der Stockholmer Trabantenstadt Jordbro. 19 Uhr, 6, erm. 4 Euro, Akademie der Künste, Hanseatenweg 10, Tiergarten.

die tageszeitung (Berlin), 28. November 2012

Gen Reykjavík

Literarisch betrachtet ragt Island schon deshalb ziemlich raus aus dem Mittelmaß, weil sich auf der Insel im Nordatlantik eine so hohe Dichte an Schriftstellern findet wie nirgendwo sonst auf der Welt. Zu den bekannteren Autoren Islands zählt wiederum Hallgrímur Helgason, dessen Romane gern auch verfilmt werden. So war das bei "101 Reykjavík", jetzt folgt "Rokland": Die Geschichte von Boddi, der an seiner Umwelt nur noch verzweifeln will, bis er sich eine Pistole in die Tasche steckt, sein Nietzsche geheißenes Pferd sattelt und gen Reykjavík reitet, um die Weltrevolution in Gang zu setzen. Die Tragikomödie "Rokland" ist heute Abend im Nordischen Filmklub in der Deutschlandpremiere zu sehen. Felleshus der Nordischen Botschaften, Rauchstraße 1, 19 Uhr.
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die tageszeitung (Berlin), 14. März 2012

Tagestipp

Das Pascha ist ein riesiges Bordell in Köln mit Hunderten Prostituierten, deren Alltag der schwedische Filmemacher Svante Tidholm über drei Jahre hinweg dokumentiert hat in seinem Film "Like a Pascha". Im Felleshus der Nordischen Botschaften, Rauchstraße 1, ist er heute um 19 Uhr zu sehen, und im Anschluss an den Film sollen die Erfahrungen diskutiert werden, die man in Schweden gemacht hat, seit dort die Prostitution verboten wurde. Was heißt, dass sich in dem Land nur die Kunden und nicht die Prostituierten strafbar machen. (TM)

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Der Tagesspiegel (Berlin), 12. Oktober 2011

CITY Lights: Tugend der Geduld

Von Frank Noack

Es ist immer wieder schön, wenn Filme sich Zeit nehmen, wenn sie ihre Geschichte mit langem Atem und allerlei Umwegen erzählen. Bei Filmreihen dagegen geht es gerne Schlag auf Schlag: Innerhalb weniger Tage wird da schon mal ein Gesamtwerk oder ein thematisch bestimmtes Programm durchgepeitscht. Nicht so bei ehrwürdigen Einrichtungen wie dem Nordischen Filmklub (im Felleshus der Nordischen Botschaften, Rauchstraße 1), dessen Termine ohnehin in der Regel etwa im Zweiwochenrhythmus stattfinden. Die – immer gefragtere – Institution präsentiert neue Werke aus dem skandinavischen Filmschaffen, die bei uns eher selten den Weg ins Kino finden

Am Mittwoch gibt es Gelegenheit, das schwedische Gegenstück zu Winfried Junges „Kinder von Golzow“ kennenzulernen. Rainer Hartlebs 1972 begonnene Langzeitdokumentation Alles ist gut begleitet Menschen aus Jordbro, einer Ortschaft mit 10 000 Einwohnern, von der Einschulung bis ins Erwachsenenalter. Vier einstige Schülerbiografien sind der Leitfaden seines Großprojekts, das in einem 147-minütigen Zusammenschnitt in Anwesenheit des Regisseurs gezeigt werden wird.

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Frankfurter Allgemeine Zeitung für Deutschland (Frankfurt/Main), 28. Februar 2010

Ortstermin: Mit dem Widerstandsveteranen Gunnar Sønsteby in Berlin

Von Mathias Hannemann

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Deutschlandradio (Berlin), 16. Februar 2010

„Ganz oben steht für mich der Kampf für die Demokratie“

Interview mit Gunnar Sønsteby geführt von Ulrike Timm

Norwegischer Widerstandskämpfer Gunnar Sönsteby: „Max Manus“-Film zeichnet realistisches Bild

Gunnar Sönsteby im Gespräch mit Ulrike Timm

Er spüre überall die Notwendigkeit zu beraten und zu erzählen, was damals gewesen sei, sagt Gunnar Sönsteby, der im Zweiten Weltkrieg die Oslo-Bande, den norwegischen Widerstand gegen die deutschen Besatzer, leitete. Der Interesse habe nach dem aktuellen Film "Max Manus" über die Oslo-Bande noch zugenommen.

Ulrike Timm: "Sie haben mein Land gestohlen -- und ich will es zurück". In Norwegen kennt fast jedes Kind Max Manus, den Widerstandskämpfer gegen die deutschen Besatzer im Zweiten Weltkrieg. Ein Kinofilm, der jetzt auch bei uns angelaufen ist, beschreibt sein Leben und die waghalsigen Aktionen der Oslo-Bande, die zum Beispiel spektakulär das große deutsche Kriegsschiff "Donau" im Hafen von Oslo sprengte. Widerstand durch Sabotage, das war das Ziel. Und wenn der 1996 verstorbene Max Manus für hochgefährliche Aktionen stand, so war der Stratege, der Kopf der Oslo-Bande Gunnar Sönsteby. Er ist mittlerweile ehrwürdige 92 Jahre alt, der meist ausgezeichnete Bürger von Norwegen und als Zeitzeuge für den norwegischen Widerstand nicht nur im Zusammenhang mit dem neuen Kinofilm ein gefragter Gast. Gunnar Sönsteby, herzlich Willkommen!

Gunnar Sönsteby: Thank you very much!

Timm: Welcome and Vellkommen till oss. "Max Manus" ist der wohl erfolgreichste norwegische Film wahrscheinlich aller Zeiten. Über eine Million Norweger haben ihn gesehen, das ist jeder Vierte - man stelle sich vor, 20 Millionen Deutsche sehen den gleichen Film. Herr Sönsteby, hat sich da die ganze Nation zu einer späten Geschichtsstunde im Kino versammelt?

Sönsteby: Ja. Ich habe gehört, dass dieser Film in verschiedenen Ländern sehr guten Anklang gefunden hat und gut aufgenommen worden ist. Ich war an der Produktion ja nicht beteiligt, aber als ich ihn dann sah, stellte ich fest, dass ist doch ein realistisches Bild von den Geschehnissen damals. Wenn man darüber schreibt oder liest, kann man eigentlich nicht so richtig buchstäblich wissen, wie es war, aber dieser Film gibt einem wirklich ein zutreffendes Bild. Und es war wirklich schlimm, es waren schreckliche Zeiten.

Timm: Was waren denn die größten, die wichtigsten Aktionen der Oslo-Bande im Widerstand gegen die deutschen Besatzer?

Sönsteby: Wir haben sehr viele Aktionen in Oslo durchgeführt, dann haben wir uns besonders auch auf die Verkehrsinfrastruktur geworfen. Deutschland versuchte damals ja, Land zurückzuerobern und hat 350.000 Mann zusammengezogen. Wir haben damals, 1944, vor allem die Eisenbahnlinien angegriffen, um zu verhindern, dass die Deutschen ihre Lapplandarmeen von Norden zurück in den Süden holen würden, um eben dort zu kämpfen.

Timm: Und Sie haben den Deutschen den Nachschub abgeschnitten, zum Beispiel durch die Sprengung dieses Kriegsschiffs "Donau", dadurch hatten Sie aber gleichzeitig die Deutschen, die Sie loswerden wollten, länger im Land. Dieses Kriegsschiff sollte die Westfront verstärken und gleichzeitig haben Sie sie ja natürlich länger im Land behalten durch solche Aktionen. Was hat das bedeutet?

Sönsteby: Das stimmt, was Sie da sagen. Ich traf Max Manus damals im Jahr 1940, wir waren übrigens Nachbarn, ohne dies zu wissen. Nach dem 9. April, dem Tag der Besetzung Norwegens trafen wir uns, und die Deutschen fingen sofort nach der Besetzung mit einer massiven Propaganda an. Sie hatten einige ihrer Leute in Storting im norwegischen Parlament, und sie fingen an, alle Zeitungen zu zensieren. Es gab keine unzensierten Zeitungen mehr. Manus und ich haben also insgeheim dann unzensierte geheime Zeitungen herausgebracht und verbreitet. Es gab ein Verbot, Radiogeräte zu besitzen, die Deutschen hatten das verboten. Fünf Prozent der Bevölkerung hatten aber ihr Radio behalten. Man hörte dann den Nachrichten aus London zu, den Weltnachrichten, jeden Abend um 7:30 Uhr. Wir hatten auch eine Schreibmaschine, da haben wir dann die Nachrichten getippt und an etwa 100 Zuhörer in Oslo geheim weiterverbracht. Natürlich setzte sich die Gestapo recht bald auf unsere Spur und versuchte das zu unterbrechen.

Timm: Sie haben bis zu 40 Decknamen gehabt auf der Flucht vor der Gestapo. Wie viel Unterstützung hatten Sie denn von der Bevölkerung? Es herrschte ja große Angst in Norwegen.

Sönsteby: Ich spürte eine starke Unterstützung durch die norwegische Bevölkerung. Was wir damals spürten, war doch, dass 95 Prozent der norwegischen Bevölkerung hinter uns stand. Diejenigen, die die Nazis unterstützten bei den Schweden, dass waren zwei, drei Prozent.

Timm: Also die Herrschaft über die Köpfe hatten die Deutschen nie, auch wenn sie versucht haben, die Norweger einzubinden durch Kollaboration, die es ja auch gab?

Sönsteby: Also die Herrschaft über die Köpfe haben die Deutschen nie errungen. Wir waren uns doch recht einig, da gegen die Besatzung zu bekämpfen.

Timm: Das war ja unglaublich gefährlich, diese Aktionen, und es durften nur wenige davon wissen, denn die Nazis drohten ja sofort mit Sippenhaft, wenn etwas bekannt wurde. Wie haben Sie denn entschieden, wem Sie zutrauen, etwas zu tun, und wer verschwiegen und belastbar genug war und wo Sie lieber sagten, ich bin vorsichtig, ich sage nichts, um einen Menschen auch nicht zu gefährden im Widerstand?

Sönsteby: Ich habe vor allem versucht, Kontakte zu den Alliierten herzustellen. Dabei half mir, dass unser Nachbarland Schweden neutral war. Wenn Schweden nicht neutral geblieben wäre, dann wären wir wirklich in größte Schwierigkeiten geraten. Aber so konnte ich in Schweden Kontakte zu den Briten aufnehmen, auch zu den anderen alliierten Truppen, und diese Kontakte waren außerordentlich wichtig, um den Kampf gegen die deutsche Besatzung voranzutreiben. Von dort bin ich dann auch nach London geflogen, im Jahre 1943. Es gab zwei Kurierflugzeuge von Stockholm aus, das eine flog nach London, das andere nach Berlin. Ich habe das nach London genommen.

Timm: Deutschlandradio Kultur, das "Radiofeuilleton". Wir sprechen mit Gunnar Sönsteby, er leitete im Zweiten Weltkrieg die Oslo-Bande, den norwegischen Widerstand gegen die deutschen Besatzer. Herr Sönsteby, wie sehr haben denn diese Erfahrungen im Widerstand Ihr weiteres Leben und auch Ihr Menschenbild geprägt?

Sönsteby: Ja, ich finde es notwendig. - Ich ziehe durch die Schulen, jeder, der mich hören will, kann dies tun. Ich dränge mich niemandem auf, aber ich komme viel herum, nach Südnorwegen, Nordnorwegen. Überall spüre ich diese Notwendigkeit zu beraten und zu erzählen, was damals gewesen ist. Ganz oben steht für mich der Kampf für die Demokratie und gegen Diktatur. Ich glaube, das ist wirklich das Entscheidende: für die Demokratie einzustehen.

Timm: Herr Sönsteby, mit den Erfahrungen dieser Zeit, was ist für Sie Mut?

Sönsteby: Man muss seine Aufgabe erledigen. Wenn man eine Aufgabe hat, dann führt man die aus. Das ist meine Auffassung. Wenn man einen Befehl bekommt, dann gehorcht man, und wenn man eben einen Auftrag hat, dann versucht man, den so gut wie möglich auszuführen. Das ist es.

Timm: Wer heute in Norwegen ist, der kann erleben, wie herzlich Norweger und Deutsche miteinander umgehen - die jüngere Generation. Aber wie ist das bei den Älteren, wie ist es zum Beispiel für Sie, wenn Sie heute die deutsche Sprache hören?

Sönsteby: Ich habe mich sehr gefreut, bereits im Jahr 1950 nach Deutschland entsandt zu werden. Es ging darum, eine Papierhandelsvertretung aufzubauen. Nach dem Krieg hatte ich ja ein Jahr in den USA in Harvard verbracht und danach bekam ich eben den Auftrag, eine Art Agentur für den Papierhandel aufzubauen. Hamburg lag ja damals noch in Schutt und Asche, dennoch haben wir angefangen. Ich habe ein Netz von Agenten aufgebaut, keine Geheimagenten, sondern Handelsvertreter. Ich hatte gute Beziehungen mit den Kunden, auch mit den Konkurrenten. Ich kannte ganz gut die Leute vom "Spiegel", ich traf Augstein einmal, ich bin auch mit Willy Brandt zusammengetroffen einmal, wir haben Bücher ausgetauscht. Also die Kontakte waren sehr gut, die ich hatte.

Timm: Aber wie lang hat diese Versöhnlichkeit innerlich gedauert? Die Deutschen waren Feinde, Sie haben erbittert und engagiert gegen sie gekämpft.

Sönsteby: Ich spürte, wir mussten jetzt Deutschland wieder aufbauen. Ich hatte keine Feinde, der Krieg war vorbei.

Timm: Was ist aus Max Manus geworden, sind Sie Freunde geblieben, auch nach dem Krieg?

Sönsteby: Ah ja, wir waren die besten Freunde. - Wir trafen uns oft, wir sprachen über die Kriegsgeschehnisse, was wir vielleicht anders hätten machen können, aber wir sind immer dicke Freunde geblieben.

Timm: Max Manus ist später Geschäftsmann geworden und er hat ganz bewusst auch Mitarbeiter gehabt, die mit den Deutschen kollaboriert haben. Warum?

Sönsteby: Ja, warum nicht? - Das Leben musste weitergehen. Max und ich, wir waren uns darin einig, wir mussten diese Leute auch mit einbeziehen. Wenn Sie sich in Norwegen umschauen, werden Sie ganz wenig Hass feststellen. Das Wort Hass spielt eine ganz geringe Rolle für die Norweger.

Timm: Den Film über den norwegischen Widerstand gegen die deutschen Besatzer haben mehr als eine Million Norweger gesehen, auch viele junge. Spüren Sie da ein großes Interesse für Ihre Geschichte, gerade bei jungen Leuten in Norwegen?

Sönsteby: Ja, mehr und mehr. - Ja, zunehmend interessieren sich die Leute dafür. Ich bekomme 10, 20, 40 E-Mails von den Menschen, die den Film gesehen haben. Oft überfordert mich das, ich kann gar nicht damit umgehen, ich versuche, so gut es mir gelingt, darauf zu antworten. Aber das Beste ist wohl rumzuziehen im Lande, mit den Leuten zu sprechen, zu erzählen. Und noch einmal: Das Wichtigste ist für mich Demokratie.

Timm: Gunnar Sönsteby, ich bewundere Sie! Tusen Takk.

Sönsteby: Thank you very much!

Timm: Gunnar Sönsteby war das, ehrwürdige 92 Jahre alt, der am meisten ausgezeichnete Bürger von Norwegen, ein Zeitzeuge des norwegischen Widerstands gegen die deutschen Besatzer und Kopf der Oslo-Bande damals.

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tip Stadtmagazin (Berlin), 9. Dezember 2009

Mika Kaurismäki Premiere im Nordischen Filmklub

Die Filme des finnischen Regisseurs, der seinen Abschluß in München gemacht hat, sind geprägt von subtilem Humor. Im Felleshus gibt es die Deutschlandpremiere seines Werkes „Three Wise Men“. 2008 hat Mika Kaurismäki nach vielen Jahren wieder auf Finnisch gedreht und das Resultat „Three Wise Men“ ist ein etwas anderer Beitrag zum Weihnachtsfest. In einer Karaoke-Bar mitten in Helsinki feiern ein Polizeiinspektor, ein Fotograf und ein Schauspieler- allesamt um die fünfzig Jahre alt- Weihnachten. Die besinnliche Stimmung ändert sich schlagartig,. Als eine mysteriöse Frau in der Bar auftaucht. Wodka, Rotwein und Gesang – Mika Kaurismäkis Film ist ein gewohnt subtil-humorvolles Drama über Männer und Männlichkeit.

Der Nordische Filmklub zeigt den finnischen Weihnachtsfilm in Originalsprache mit englischen Untertiteln im Felleshus der Nordischen Botschaften in seiner Deutschlandpremiere.

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radioeins (Berlin), 21. November 2009

Live-Interview mit Ulrike Schulz zum Nordischen Filmklub

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die tageszeitung (Berlin), 9. Dezember 2009

Tagestipp

Seit einigen Jahren lebt der finnische Regisseur Mika Kaurismäki (der Bruder von Aki) eigentlich sonnig in Brasilien, aber für die richtige weihnachtliche Stimmung hat er sich bei „Kolme vilsasta miestä“ (Three Wise Men) doch mal wieder in Helsinki umgeschaut, in einer Karaoke-Bar, in der sich drei Männer um die 50 zum Fest treffen. Als OmeU in der Deutschlandpremiere um 19 Uhr im Felleshus der Nordischen Botschaften (Rauchstr. 1).

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Berliner Zeitung (Berlin), 15. September 2009

Stille, Gnade, Trolligkeit. Der Nordische Filmklub feiert das Jubiläum der Nordischen Botschaften

Von Jan Brachmann

Europas Norden hat eine große Filmkultur hervorgebracht: traditionsreich in Schweden, von immenser Produktivität (gemessen an der Bevölkerungszahl) in Island, mit international starker Marktposition in Dänemark. Seit Jahren stellt der Nordische Filmklub nordeuropäisches Kino in Berlin vor. Ansässig ist er am Kulturhus Berlin, das den Austausch zwischen Deutschland und den nordischen Ländern (Dänemark, Island, Norwegen, Schweden, Finnland) vorantreiben möchte. Beheimatet im Nordeuropa-Insitut der Humboldt-Universität, arbeitet der Filmklub zusammen mit dem Felleshus, jenem Gemeinschaftsbau der fünf Nordischen Botschaften in der Rauchstraße. Zweimal im Monat werden von September bis Mai Filme der verganenen fünf bis zehn Jahre gezeigt.

Nun feiern die Nordischen Botschaften das zehnjährige Jubiläum ihrer architektonischen Gemeinschaft. Der Nordische Filmklub ist einer eigenen Reihe dabei und zeigt zwischen dem 16. September und dem 9. Dezember, meistens mittwochs um 19 Uhr, neun Filme.

Ein zusätzlicher Schwerpunkt: Im Jahre 1909 erhielt die Schwedin Selma Lagerlöf als erste Frau der Welt den Literatur-Nobelpreis für ihren Roman „Gösta Berling“. Der gleichnamige Stummfilm von Mauritz Stiller aus dem Jahre 1924 wird am 16. November gezeigt. Eine der Hauptrollen spielt eine junge Schwedin, deren Weltkarriere mit diesem Film begann: Great Garbo. Ein weiterer Film „Selma, von 2008 (am 11.11.), geht auf die Liebesbeziehung der Schriftstellerin zu ihrer Kollegin Sophie Elkan ein. Schließlich erfüllt noch Bille August in seiner Lagerlöf-Verfilmung „Jerusalem“ (am 18.11.) alle Erwartungen ans „Nordische“: die wilde Landschaft Mittelschwedens und wuchtige Gleichnisse über Glaube, Gnade, Schicksal und Liebe.
Morgen (16.9.) wird die Reihe eröffnet mit der schwedischen Oscar-Nominierung für 2009 vom Regisseur Jan Troell: „Maria Larssons eviga ögonblick“ erzählt von einer Industriearbeiterin in Malmö vor hundert jahren, die im Lotto eine Kamera gewinnt und fotografierend den Weg aus dem Elend schafft. Wie ergreifend ein Dokumentarfilm geraten kann, zeigt der dänische Beitrag „En stemme för livet“ (25.11.). Hier bereitet sich ein Männer- und Knabenchor aus dem jütländischen Herning auf ein Konzert im Berliner Dom vor. Anhand mehrerer Einzelschicksale erlebt man, auf welche Weise die Musik dabei für die Sänger zum Halt wird: in familiären Katastrophen, bei Drogenproblemen und schweren Depressionen. Die Turbulenzen des Stimmbruchs wirken dabei fast drollig.

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zitty Stadtmagazin (Berlin), 12. November 2008

Tagestipp Kino: Sigur Rós – Heima

Von Fabian Soethof

Island hat keine Arenen. Dafür hat die von der Finanzkrise schwer gebeutelte Insel drei verstaatlichte Banken, Geysire, Geselligkeit und jede Menge Grün. Den Dörfern und Gemeinden haben die musikalischen Freigeister von Sigur Rós einen Heimatbesuch abgestattet. Das Ergebnis namens „Heima“ ist eine von Dean De Blois gedrehte Tourdokumentation, die genauso unkonventionell, sensibel und in ihrer Bildersprache bombastisch fesselt wie die kaum beschreibbare, eunuchengleiche Musik des Band-Kollektivs. Aus Schiefertafeln wird im Wald eine Marimba gebaut, in einer Schulturnhalle spielen Sigur Rós ihr frühes Kleinod „Ágætis Byrjun“, Fantasie und Realität verschmelzen im nördlichen Lichterspiel der isländischen Landschaft und Küste.

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die tageszeitung (Berlin), 12. November 2008

Tagestipp Kino: Sigur Rós – Heima

Die Spezialität des Nordischen Filmklubs sind natürlich skandinavische Filme, meist Erstaufführungen in den Originalsprachen, die im Zweiwochentakt im Felleshus der Nordischen Botschaften in der Rauchstraße 1 gezeigt werden. Beim heutigen Film ist das mit der Originalsprachigkeit besonders charmant, weil die Klangmaler von Sigur Rós gern ja in einer Fantasiesprache singen. Die Doku „Heima“ porträtiert die Band auf Tournee durch ihre isländische Heimat. 19 Uhr. Die Schnuppermitgliedschaft im Nordischen Filmklub kostet 4/3 Euro für einen Monat und kann vor Ort erworben werden.

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Märkische Allgemeine Zeitung (Potsdam), 21. Oktober 2008 

Film: Schaut auf Island, so lange es noch geht

Von Ricarda Nowak

Welche Folgen die Bankenkrise auf Islands Filmwirtschaft hat, bleibt abzuwarten. Aber wer weiß, vielleicht drehen die Vulkanier künftig in Babelsberg mit deutschen Fördergeldern. Bis es soweit ist, verschafft der Nordische Filmklub Produktionen aus dem vor dem Bankrott stehenden Staat hierzulande die verdiente Aufmerksamkeit. Die Dokumentation „Heima“ (2007) beispielsweise ist eine Hommage an Island und deren Band „Sigur Rós“. Regiesseur Dean DeBlois begleitete die Musiker, die in der selbst kreierten „offnungssprache“ Vonlenska singen, nach Abschluss ihrer Welttournee bei spontanen Heimatkonzerten in Gemeindehäusern, verlassenen Fischfabriken und der rauen Natur. Das Bandporträt wird am 12. November im Felleshus der Nordischen Botschaften gezeigt.

Am morgigen Mittwoch startet der Filmklub mit der schwedischen Romanze „Wellkåmm to Verona“ (2005) in seine nunmehr vierte Saison, die bis Mai zwölf Werke aus Dänemark, Finnland, Norwegen, Schweden und Island umfasst. Ausgewählt werden aktuelle Produktionen, die keinen deutschen Verleih bekommen haben, sagt Kulturhus-Sprecherin Ulrike Schulz. Filme von Regiestars wie Aki Kaurismäki oder Lars von Trier finden sich demzufolge selten. Stattdessen Dänemarks Sexsymbol Mads Mikkelsen am 10. Dezember in der Schwulenkomödie „En kort en lang“ (2002) in allerlei Liebeswirren. Am 25. März widmet sich das Kulturhus der Finnlandschwedin Tove Jansson und den von ihr erfundenen Mumins, den berühmten Knubbeltrollen. Das Publikum darf sich auf ein Porträt der 2001 gestorbenen Autorin, Filmausschnitte und dokumentarisches Material freuen. Nicht nur Cineasten bevölkern die Filmabende, auch Sprachkursbesucher kommen, um skandinavische Werke im Original (mit englischen Untertiteln) zu sehen.

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