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Katrin Engelking

KULTURHUS BERLIN im Gespräch mit Katrin Engelking, Illustratorin der neuen Pippi-Langstrumpf-Bücher

Katrin Engelking, 1970 in Bückeburg geboren, studierte an der Fachhochschule für Gestaltung in Hamburg und arbeitet heute als freie Illustratorin. Sie hat zahlreiche Kinderbücher bebildert, u. a. PIPPI LANGSTRUMPF FEIERT WEIHNACHTEN von Astrid Lindgren. Für die Allerkleinsten erdachte sie die Pappbilderbücher vom Jungen Flo und seinen Geschichten aus dem Kinderalltag. Wie ihre Illustrationen entstehen, beschreibt Engelking auf ihrer Internetseite www.katrin-engelking.de.

 

KULTURHUS BERLIN: Seit drei Jahren illustrieren Sie die Geschichten von Astrid Lindgren. Welche Rolle haben die Figuren aus Lindgrens Bücher in Ihrem Leben, als Kind und auch später, gespielt? Wollten Sie auch wie Pippi sein, oder wen fanden Sie ganz besonders?

KATRIN ENGELKING: Angefangen hat es bei mir mit den Kindern aus Bullerbü und dem Sammelaugust (eine Geschichtensammlung). Mit neun bekam ich bei einer Weihnachtsfeier die Märchen von Astrid Lindgren. Es ist eines meiner bestgehüteten Bücher und ich habe es unzählige Male gelesen. In Jonathan Löwenherz war ich fast ein bisschen verliebt - ich bewunderte seinen Mut und seine brüderliche Fürsorge grenzenlos. Und an Ilon Wiklands genialen Illustrationen, die untrennbar zu all den herrlichen Geschichten gehören, konnte ich mich auch damals schon berauschen. Einerseits, weil sie einfach alles so perfekt getroffen hat. Und zum anderen, weil ich ihre große Kunst, ihre wunderbare Art, Menschen, Tiere, und Stimmungen zu zeichnen immer schon geliebt habe.

KULTURHUS BERLIN: Wie erklären Sie sich den - auch internationalen - Erfolg Astrid Lindgrens?

KATRIN ENGELKING: Kinder haben überall auf der Welt ähnliche Träume, Sorgen, Wünsche. In Astrid Lindgrens Büchern geht es um die ganz grundlegenden Motive, die alle Menschen verbinden: Liebe, Freundschaft, Hass, Familienbande, Schmerz, Freude, Trauer... Und ihre Protagonisten sind durch ihre liebenswerte Unvollkommenheit und Verletzlichkeit wunderbare Identifikationsfiguren.

KULTURHUS BERLIN: Welche ihrer (künstlerischen, pädagogischen, humanistischen) Vorstellungen sind für Sie besonders wichtig?

KATRIN ENGELKING: Ihr Familiensinn und ihr Bild von Freundschaft hatte für mich immer Vorbildcharakter. Und dass bei Ihr Kinder immer das Recht haben, Kind zu sein.

KULTURHUS BERLIN: Als Sie den Text bebilderten, was haben Sie versucht, neu zu machen? Läßt sich überhaupt etwas neu machen? Bleibt nicht Pippi immer Pippi?

KATRIN ENGELKING: Ich habe die Pippi gemalt, die ich schon immer im Kopf hatte. Eine Mischung aus der Beschreibung im Buch, den bisherigen Illustrationen und der Film-Pippi. Die Möglichkeit, erstmals farbige Bilder zu malen, ist natürlich genial.

KULTURHUS BERLIN: Das von Ihnen illustrierte Pippi-Langstrumpf-Buch ist ein wunderschönes Lese- und zugleich Bilderbuch. Ihre Figuren sind geradezu plastisch, man meint man könne über die Falten im Kleid streichen, alles ist ungeheuer fröhlich und farbig. Was haben Sie gedacht, als Sie das erste Mal das fertige Buch in den Händen gehalten haben?

KATRIN ENGELKING: Ich war sehr glücklich und auch erleichtert. Denn der Druck, der auf einem lastet, wenn man das Denkmal der Kinderliteratur bebildern darf, ist manchmal ganz schön groß. Während der ganzen Zeit des Pippi-Illustrierens konnte ich den aber zum Glück gut verdrängen und einfach mit Spaß und guter Laune malen.

KULTURHUS BERLIN: Die FAZ hat vor langer Zeit bemerkt, daß es schon erstaunlich sei, daß ausgerechnet eine Schwedin diese wundervollen Kindergeschichten geschrieben hat. Finden Sie das auch erstaunlich?

KATRIN ENGELKING: Ich persönlich bin begeisterte Kundin verschiedener Schwedischer Möbel- und Bekleidungsläden und es läge mir fern, den Schweden irgendetwas nicht zuzutrauen. Nein, mal im Ernst: Es sind sicherlich ihre eigene fröhliche Kindheit und ihre Persönlichkeit, die sie zu so schönen Geschichten inspiriert haben.

Das Interview führte Ulrike Schulz im Juni 2007.

 

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