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Gitte Hænning
Foto: © Susanne Mertz

„Kommt der Weihnachtsmann von Grönland?“ KULTURHUS BERLIN im Gespräch mit der dänischen Sängerin Gitte Hænning

Gitte Hænning, 1946 im dänischen Århus geboren, steht seit über vier Jahrzehnten als Schlager- und Jazzsängerin auf der Bühne. 2005 wurde sie zur Hans-Christian-Andersen-Botschafterin ernannt. Im List-Verlag erscheint jetzt ihr Buch „Die Schönsten Weihnachtsgeschichten aus Skandinavien“. Der Band enthält neben ihren persönlichen Erinnerungen insgesamt 18 Weihnachtsgeschichten, von den Klassikern bis zu den modernen Autoren Skandinaviens.

 

KULTURHUS BERLIN: Frau Haenning, soeben ist Ihr Buch erschienen, in dem Sie die „schönsten Weihnachtsgeschichten aus Skandinavien“ herausgeben. Sie sagen darin, Sie lieben „Weihnachten noch immer“. Was mögen Sie heutzutage an Weihnachten?

Gitte Hænning: Ich habe Weihnachten immer gerne gemocht. Das war nie anders. Für mich ist es diese Mischung: Besinnung, Vorfreude, Essen, die Gerüche, Musik, Organisation, Freunde, Fröhlichkeit. In diesem Jahr ist meine Mutter aus Dänemark zu mir nach Berlin gekommen. Traditionell feiern wir das Weihnachtsfest eigentlich immer in Dänemark, wo es ja sehr weihnachtlich ist. Wir wollen in diesem Jahr einmal in Berlin feiern, hier Freunde besuchen, in Konzerte gehen, gut essen gehen. Ich finde diese Zeit auch deshalb so wichtig, weil es möglich ist, zur Ruhe zu kommen.

KULTURHUS BERLIN: Was würden Sie sagen, unterscheidet die Beziehung der Skandinavier zu Weihnachten von der bei uns in Deutschland?

Gitte Hænning: In Deutschland geht man vielleicht etwas ernsthaft mit Weihnachten um. Man kann den Eindruck bekommen, es passiert etwas zu sehr nach Vorschrift. In meinem Buch habe ich eine kleine Episode aufgeschrieben, in der es darum geht, wie in Ghana versucht wurde, mit ernsten Kirchenliedern eine traditionelle deutsche Weihnacht zu feiern - was wiederum schon etwas komisch wirken kann. Ich kenne es aus meiner Familie, daß bei uns immer gefeiert wurde, fröhlich gefeiert.

KULTURHUS BERLIN: Weihnachten das ist ein Fest, das immer auch Gefahr läuft, kitschig und süßlich zu werden ...

Gitte Hænning: Ich habe ehrlich gesagt damit kein Problem. Es gibt verschiedene Geschmäcker. Es gibt guten Kitsch, es gibt schlechten Kitsch. Gegen guten, tollen Kitsch ist von meiner Seite nichts zu sagen. Jeder soll so feiern, wie es für ihn gut ist.

KULTURHUS BERLIN: In Ihrem Buch erzählen Sie, daß es Ihnen die festlichen schwedischen Volksweisen zur Weihnachtszeit ganz besonders angetan haben. Was mögen Sie an diesen Liedern?

Gitte Hænning: Ich mag sie sehr – übrigens nicht nur zu Weihnachten. Die schwedischen Volksweisen sind allgemein sogar – hm, jetzt mach ich mich wahrscheinlich etwas unbeliebt – besser als die dänischen. Sie sind einfach lustig, haben ganz andere Rhythmen, und sie haben musikalisch einen tollen Wert für mich. Sie sind meine Favoriten.

KULTURHUS BERLIN: Zum Schluß noch die große Frage, die unter den Skandinaviern selbst ja nicht geklärt ist: Wo kommt der Weihnachtsmann denn nun eigentlich her? Aus Finnland, Lappland, Schweden, Norwegen - was sagen Sie als Dänin – von Grönland?

Gitte Hænning: Nein, nein, darauf gibt es keine eindeutige Antwort von mir. Das ist auch ganz individuell, da darf jeder sagen, was er will. Das ist ja ein Spiel. Weihnachten, das sind für mich auch Geschichten, Besinnung und Märchen. Ein großes Fest in erster Linie für Kinder und für Alte. Und wenn man so will, dürfen wir - dazwischen - ein bißchen mitspielen. Und in diesem Spiel ändert sich ja auch immer etwas ...

Das Gespräch führte Ulrike Schulz im Dezember 2007

 

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