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Wohnlabor Hansaviertel

Die Ideen des modernen Bauens waren Ende der 50er in Skandinavien stark ausgeprägt. Skandinavische Architekten waren es auch, die mehrere Häuser im Berliner Hansaviertel entwarfen. Ein Buch, ein Film und eine Ausstellung in einer dieser Wohnungen gehen der Frage nach, was geworden ist aus den fortschrittlichen Architekturkonzepten seinerzeit, dem Wunsch nach Luft, Licht und Sonne.

Ylva Queisser wurde 1973 in Stockholm geboren, sie ist eine der Autorinnen und hat zusammen mit der Fotografin Lidia Tirri bereits zwei erfolgreiche Ausstellungs- und Buchprojekte über die Berliner Karl-Marx-Allee und die Allee der Kosmonauten realisiert. Über das Projekt im Hansaviertel sagt sie:

„In meinem Fall, im schwedischen Haus, war es schon als Schwedin ganz eigenartig in das Haus zu gehen. Sonst fühle ich mich in Berlin selten an meine Heimat erinnert, aber im Haus von Jaenecke/Samuelsson war es wie in den schwedischen Vororten aus den späten 50ern und frühen 60ern. Die Materialien, die Raumaufteilung, die Ideen - sogar der Herd in der Küche der einen Bewohnerin war original Husqvarna (die große schwedische Herdmarke aus der Stadt Huskvarna am Vätternsee). Die Einbauschränke aus Holz erinnerten mich an die Wohnungen meiner Freunde in Stockholm.

Interessant war zu sehen, wie die Bewohner mit den Ideen der Architekten letztlich umgegangen sind. Ich hatte das Gefühl, die Werte von Luft, Licht und Sonne wurden sehr begrüßt von den Menschen der Nachkriegszeit. Aber die Architekturideale und Einrichtungsideen, die mit dem Bau der Häuser geliefert wurden, waren den Menschen eher fremd oder vielleicht auch zum Teil egal.

Die alte Art, eine Wohnung einzurichten, wurde weiterhin durchgesetzt: Gardinen vor die Fenster, viele alte Möbel etc. Es gab wohl schon manche Bewohner, die sich an die Ideen der Architekten hielten, viele haben aber natürlich einfach ihre Sachen aus der alten Wohnung mitgenommen und so passte das Äußere nicht so wirklich zum Inneren. Man war froh, eine moderne (nicht zerbombte) Wohnung zu bekommen!

Mit den Jahren hat man aber gelernt, die architektonische Umgebung zu lieben. Und nach 50 Jahren, kann man sich gar nichts anderes mehr vorstellen. Bei den neuen Bewohnern, die heute dazugekommen sind, scheint es anders zu sein. Da sind die alten Ideen wieder sehr aufgeblüht, der Stil der 50er Jahre präsent und die Werte und Ideen der Architekten werden mehr wahrgenommen. Sie haben sich das Hansaviertel ja auch viel bewußter ausgesucht.“

15. November | 19 Uhr / 20.30 Film

Buchpräsentation und Vortrag

„Leben in der Stadt von Morgen“ (OmU) – Dokumentarfilm über das Hansaviertel

 

Felleshus der Nordischen Botschaften

Rauchstraße 1

10787 Berlin

 

20. November bis 16. Dezember

Ausstellung "Wohnlabor Hansaviertel - 50 Jahre leben in der Stadt

von morgen"

 

Haus Baumgarten in der Wohnung 4, Ebell/Ritschl

in der Altonaerstr. 1

Eintritt frei!

 

Di. bis Fr. 15:00 bis 19:00 Uhr und

Sa. und So. 13:00 bis 19:00 Uhr

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