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Thorsteinn Gunnar Bjarnason
Thorsteinn Gunnar Bjarnason

„Das Glück kommt von sich aus“ – KULTURHUS BERLIN im Gespräch mit dem Regisseur Þorsteinn Gunnar Bjarnason (IS)

Þorsteinn Gunnar Bjarnason hat auf Island und in Großbritannien seine Ausbildung absolviert (The Icelandic Film School und Central School of Speech and Drama, Embassy Theatre). Seit 2005 ist er in verschiedenen isländischen Produktionen beteiligt gewesen, Jóhannes ist aber sein erster eigener Film. Thorsteinn Gunnar Bjarnason lebt in Reykjavík.

 

KULTURHUS BERLIN: Wie sind Sie auf die Idee zum Film gekommen? Trägt der Film auch biographische Züge?

Þorsteinn Gunnar Bjarnason: Ein Freund hat mich auf vier isländische Bücher des Autors Helgi Ingólfsson aufmerksam gemacht. Ich habe sie gelesen und sie sehr gemocht, vor allem eins der Bücher, das dem Drehbuch zugrunde liegt. Wir hatten keine Förderung für den Film, weshalb diese einfache, moderne und unterhaltsame Geschichte uns sehr zupass kam. Der Film ist mein erster als Drehbuchautor, und ich habe dem einige eigene Erfahrungen und Erinnerungen hinzugefügt, was mir gefallen hat.

Die Entstehungsgeschichte des Films ist keineswegs weniger fantastisch als die Eigentliche im Film. Der Film wurde in 15 Tagen gedreht, und die Erstvorführung im Kino fand schon weniger als drei Monate darauf statt. Wir konnten es nur auf diese Weise durchführen, oder eben nicht. Wir sind aber das Risiko eingegangen und haben es bis zum Ende geschafft. Trotz der sehr harten Arbeit, hat es auch sehr viel Spaß gemacht und ist gut ausgegangen.

KULTURHUS BERLIN: Die vielen merkwürdigen Vorfälle verändern das Leben des Protagonisten erheblich. Wie schätzen Sie den Zufall existentiell ein?

Þorsteinn Gunnar Bjarnason: Es ist einfach ein Teil des Lebens. Ich glaube, Leute machen häufig den Fehler, sich von irgendwelchen Vorfällen runterziehen zu lassen. Pannen passieren immer wieder und man sollte sie als Führung betrachten. Schlimme Ereignisse sind häufig verkleidete Möglichkeiten; und dessen sollte man sich bewusst sein. Das könnte vielleicht die Botschaft des Filmes sein.

KULTURHUS BERLIN: Wie fanden Sie die Zusammenarbeit mit Þórhallur "Laddi" Sigurðsson?

Þorsteinn Gunnar Bjarnason: Er ist einfach zum Schauspieler geboren, bessere als ihn gibt es nicht. Er ist aber nicht nur ein ausgezeichneter Schauspieler sondern auch 100 Prozent professionell; obwohl er der größte Komiker Islands ist, ist er sehr bodenständig.

KULTURHUS BERLIN: Steht der Film im Zusammenhang mit der Krise auf Island? Hat der Film eine Botschaft?

Þorsteinn Gunnar Bjarnason: Das Drehbuch ist vor der wirtschaftlichen Krise geschrieben. Wir haben die Geschichte ein bisschen an die damalige Lage angepasst, weil der Film gerade auf dem Scheitelpunkt der wirtschaftlichen Depression in die Kinos kam. Die Krise ist jedoch kein Teil der Geschichte.

Wie gesagt, finde ich, dass die Moral der Geschichte diese vermeintlich schlimmen Ereignisse sein könnten, die sich als versteckte Möglichkeiten erweisen. Auch, dass Glück von sich aus kommt, es ist sinnlos, es irgendwo zu suchen. Vielleicht klingt es klischeehaft, aber es ist so.

KULTURHUS BERLIN: Woran arbeiten Sie derzeit?

Þorsteinn Gunnar Bjarnason: Ich arbeite gerade an drei Drehbüchern gemeinsam mit anderen Filmemachern. Ich habe mir vorgenommen, diesmal einen anderen Film zu machen, hoffentlich mit besserem Budget und mehr Zeit.

KULTURHUS BERLIN: Sie werden die Berlinale besuchen. Was liegt bei Ihnen für das Festival an?

Þorsteinn Gunnar Bjarnason: Ich werde nach Berlin kommen, um möglichst viele Filme zu sehen, Menschen zu treffen und auch, um für meine Projekte zu werben. Ich war schon letztes Jahr auf der Berlinale und habe sie und die Stadt sehr gemocht.

Das Interview führte Björn Grenmyr, KULTURHUS BERLIN im Februar 2011.

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