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Ute Mousa
Ute Mousa
Foto: Ulrike Schulz/ KHB

"Eine der größten Skandinavistik-Bibliotheken Deutschlands" - KULTURHUS BERLIN im Gespräch mit der Bibliothekarin Ute Mousa

Ute Mousa ist Diplom-Bibliothekarin und hat Bibliotheks- und Informationswissenschaft in Borås (Schweden) studiert. Seit 1994 ist sie verantwortliche Bibliothekarin für Skandinavistik an der Universitätsbibliothek der Humboldt-Universität zu Berlin.

KULTURHUS BERLIN: Im Juni findet der Deutsche Bibliothekartag in Berlin statt. Die Skandinavistik-Bibliothek der Humboldt-Uni wird sich im Rahmen der "Langen Nacht der Bibliotheken" beteiligen. Eine dänische Krimiautorin wird zu Gast sein. Sara Blaedel. Weshalb fiel die Wahl auf diese Dänin?

Ute Mousa: Zum einen, weil wir eine Autorin gesucht haben, die viele Gäste anziehen kann – das Genre Krimi spricht hier für sich, und gerade die vielen Bibliothekarinnen und Bibliothekare, die zum 100. Bibliothekartag nach Berlin kommen werden, sind oft große Krimi-Fans. Zum anderen ist Sara Blædel zwar in ihrer Heimat Dänemark fast schon ein Star, hier in Deutschland ist sie jedoch noch nicht so bekannt. Ich freue mich sehr, dass ich sie für diese Lesung gewinnen konnte.

KULTURHUS BERLIN: Die Skandinavistik-Bibliothek ist eine Zweigbibliothek an der Humboldt-Uni. Was ist das Besondere, wie und wann ist sie entstanden und wie viele Titel umfasst der Bestand?

Ute Mousa: Der Bestand der Skandinavistik geht in die Zweigbibliothek Germanistik/Skandinavistik mit ein. Entstanden sind wir 1994 durch die Zusammenlegung der Skandinavistik-Bestände der Freien Universität und des Nordistik-Bestandes der Humboldt-Universität. Wir sind in der Region Berlin-Brandenburg die einzige Bibliothek mit dem Sammelschwerpunkt Skandinavien und mit etwa 60 000 Bänden und über 100 laufenden Zeitschriften gehören wir zu den vier größten Skandinavistik-Bibliotheken Deutschlands, neben Kiel, Greifswald und München.

KULTURHUS BERLIN: Welche Themenschwerpunkte beinhaltet die Bibliothek? Welche Sprachen und Regionen sind vertreten?

Ute Mousa: Gute Frage! Wir haben hier einen sehr umfangreichen Bestand, der weit über die Sprachen und Literaturen der nordischen Länder hinausgeht. Es gibt einen großen Bestand an Büchern zur Landeskunde bzw. Kulturwissenschaft und Geschichte von Dänemark, Schweden, Norwegen, Island, Grönland, den Färöern, aber auch zu Finnland, dem Baltikum und sogar zur Arktis. Außerdem gibt es einen Bestand zur saamischen Sprache und Kultur. Natürlich haben wir hier die wichtigsten Titel der nordischen Nationalliteraturen in den Originalsprachen. Übersetzungen skandinavischer Autoren haben wir vor allem bei isländischer und finnischer Belletristik angeschafft, da diese Sprachen schwerer zugänglich sind. Im Übrigen: Unsere Sammlung an nordischen Krimis in Originalsprachen kann sich wirklich sehen lassen. Und wer gern in Zeitungen blättert: Schweden, Norwegen und Finnland bezahlen die Abos einiger Tages- und Wochenzeitungen, die bei uns eine gewisse Zeit lang ausliegen und gelesen werden können.

KULTURHUS BERLIN: Worauf, auf welchen Bestand, ist die Skandinavistik-Bibliothek ganz besonders stolz?

Ute Mousa: Vielleicht auf unsere Sammlung von DVD der wichtigsten nordischen Filme, besonders der letzten Jahre. Außerdem haben wir eine stattliche Sammlung von Faksimiles wichtiger mittelalterlicher Texte. Aber wir sind auch sehr stolz darauf, in den vergangenen Jahren dank der langjährigen Förderung durch die Carl Friedrich von Siemens Stiftung und deren Gegenfinanzierung aus dem HU-Haushalt immer genügend Geld für die Anschaffung der neuesten Fachliteratur und einschlägiger Belletristik gehabt zu haben. Auch die Anschaffungswünsche unserer Nutzer konnten dadurch fast immer erfüllt werden.

KULTURHUS BERLIN: Und wer kommt zu Ihnen in die Bibliothek, wer sind die Nutzer?

Ute Mousa: Natürlich wird die Bibliothek vorrangig von den Studierenden und Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Nordeuropa-Instituts genutzt. Auch Historiker und Politologen werden oft bei uns fündig. Außerdem gibt es einige in Berlin ansässige Skandinavier, die hier regelmäßig ausleihen, aber auch Leserinnen und Leser, die skandinavische Sprachen erlernt haben und unseren Bestand an Belletristik zu schätzen wissen. Da einige unserer Titel nur hier in Deutschland vorhanden sind, gibt es übrigens auch immer mehr Anfragen für die Fernleihe aus ganz Deutschland. Allerdings verschicken wir nur sehr restriktiv unsere Bücher, denn schließlich sind wir eine Präsenzbibliothek. Anmelden kann sich hier jede Person mit einem Wohnsitz in Deutschland. Man muss also nicht Student oder Studentin der HU sein. Wissenschaftliche Literatur wird nur über Nacht oder übers Wochenende entliehen, aber Belletristik kann man für vier Wochen entleihen und auch verlängern. Die Bibliothek hat sehr viele öffentliche Computerarbeitsplätze, die von allen registrierten Lesern frei genutzt werden können, und einen Schulungsraum. Außerdem gibt es einen schönen Lesehof, in dem bei gutem Wetter auch unsere Lesung stattfinden wird.

KULTURHUS BERLIN: Kann man jetzt vielleicht öfter eine Lesung in der Skandinavistik-Bibliothek erleben?

Ute Mousa: Wenn es nach mir geht – sehr gern! Vielleicht bleibt ja die "Lange Nacht der Bibliotheken" keine einmalige Veranstaltung. Dann könnte ich mir gut vorstellen, wieder mit dabei zu sein. Aber auch die tolle Zusammenarbeit mit Euch vom Kulturhus könnte dazu führen, dass hier öfter Lesungen stattfinden. Mir hat die Vorbereitung der Lesung sehr viel Spaß gemacht. Nun hoffen wir, dass viele der Einladung folgen!

Das Interview führten Virginia Wegner und Ulrike Schulz, KULTURHUS BERLIN im Juni 2011.

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