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14.07.2017 | 20:00

Lundahl & Seitl

Die Berliner Festspiele präsentieren im Rahmen des interdisziplinären Programm "Limits of Knowing" "Unknown Cloud on Its Way to Berlin" in der Programmreihe "Immersion" | 14.-28. Juli 2017

In der Epoche des Anthropozäns haben uns eine gesteigerte Mobilität, fließende Identitäten und personalisierte Nachrichten eine ganze Reihe neuer Ängste beschert. Eine Mischung aus Unsicherheit, Misstrauen und Bedeutungsverlust ist die Plage unserer Informationskultur. Weltbilder sind zersplittert und es ist schwieriger geworden, in großen Gruppen zusammenzuarbeiten. Es fehlen die starken Narrative, die uns durch die Zeiten vereinten. Benedict Anderson beschrieb die Nation einmal als eine „gedachte Gemeinschaft“ – als soziales Konstrukt, denn „auch die Mitglieder der kleinsten Nation werden den größten Teil ihrer Landsleute niemals kennenlernen oder auch nur von ihnen hören. Und doch ist in jeder und jedem von ihnen das Bild ihrer Gemeinschaft lebendig.“ Allerdings haben Nationen feste Grenzen, und die vereinende Kraft des Nationalismus hat immer eine dunkle Seite, denn er funktioniert über Exklusion. Eine radikal neue Vorstellung von Gemeinschaft tut daher Not. Anderson erläutert, dass sich Gemeinschaften nicht durch ihre relative Authentizität voneinander unterscheiden, sondern durch „die Art und Weise, in der sie gedacht werden“.

Stellen Sie sich ein Portal zwischen Ihrer unmittelbaren Umgebung und der Lebenswelt weit entfernt lebender, fremder Menschen vor. Was würde geschehen, wenn irgendwie eine nomadische, potentiell unbegrenzte gedachte Gemeinschaft entstünde, deren gemeinsame fiktive Wirklichkeit auf Dingen beruht, die wir mit unseren Sinnen nicht wahrnehmen können, aber doch allesamt gemeinsam haben? Auf etwas, das uns schon jetzt umgibt, das wir aber bisher nicht erlebt haben, wie zum Beispiel das Gefühl der Erdrotation und der jeweiligen Positionen der Himmelskörper im Sonnensystem? Wenn Nationalismus ein tiefes Gefühl der Zugehörigkeit verursachen kann, kann eine nomadische, gedachte Gemeinschaft das auch? Die moderne Tech-Alchemie macht es möglich, ein Gefühl von Zugehörigkeit zu etwas Größerem auszulösen und Begegnungen zwischen Menschen mit einer hohen emotionalen Erregung aufzuladen, um damit Differenzen in einem traumähnlichen und doch „realen“ Zustand zu überwinden. Wir heißen Sie an der äußersten Grenze des rationalen Wissens willkommen – oder wie es Philosophen seit Aristoteles genannt haben, in der Agnoseologie, der „Theorie der Unerkennbarkeit“.
Erika Tanos

Für „Unknown Cloud” haben Lundahl & Seitl und ihr Team eine Smartphone-App namens “Caretaker” entwickelt, die die Erscheinungen einer elektromagnetischen Wolke vorhersagt. Den Anweisungen von Caretaker folgend entsteht ein Flashmob, der die Wolke aufspürt und ihren Informationen durch die Stadtlandschaft Berlins folgt. Die „Unknown Cloud” zieht ihre eigenen Wege, und wir können mitziehen und Teil einer diversen Erlebnisgemeinschaft werden.
Fragen Sie „Caretaker” auf www.unknowncloud.com, um weitere Informationen zu erhalten.

Termine: 14., 18., 21., 25. und 28. Juli 2017, jeweils 20–22 Uhr

Ort:

Er wird zu einem späteren Zeitpunkt auf der Webseite der Berliner Festspiele bekannt gegeben

 

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