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Aarhus Februar 2017
Den Gamle By (c) Robert Heinrich
Institut for X (c) Robert Heinrich
Dokk 1 (c) Robert Heinrich
Streetfoodmarkt (c) Robert Heinrich
Jachthafen im Stadtteil Ø (c) Robert Heinrich
Kunstmuseum AroS, Your Rainbow Panorama (c) Robert Heinrich

„In diesem Land lächeln selbst die Steckdosen“

 

Dienstag, 21. Februar

Schon die Anfahrt soll eine gewisse Entschleunigung bringen. Wir geben uns dem Zugfahren hin: 10 Stunden lang warten wir auf schaukelnden Polstersitzen mit immer wechselnder Besetzung auf die Veränderung der Landschaft, auf fremde Schilder und vielleicht einen Blick aufs Meer. Leipzig, Berlin, Hamburg und Aarhus die Stationen. Zeit genug, sich in Reiseführer zu vertiefen und endlich mal wieder ein neues Buch zu beginnen.

Längst im Dunklen steigen wir neugierig aus dem Zug und betreten eine ausgestorbene Fußgängerzone mit Kirche und bunten Geschäften. Bald haben wir den Weg zur Unterkunft gefunden. Rathaus, Musikhochschule, die Museums-Attraktion „ARoS“ sind nur einen Steinwurf entfernt. Ja wirklich, die Stadt ist ideal, um zu flanieren und zu Fuß zu gehen.

Unsere Unterkunft liegt in einer schlichten Straße. Eine steile Treppe führt unters Dach, knarrende Stufen, alles hell und sauber. Doch eine Ernüchterung gleich zu Beginn: Die charmante kleine Wohnung mit offener Küche, atemberaubendem Blick und Matratzenlager wird uns in den nächsten Tagen nicht allein gehören. Für die beiden studentischen Mitbewohner hat gerade das Semester begonnen. Es gibt Übernachtungsgäste, wir hören jeden Schritt, an erholsamen Schlaf ist nicht zu denken. Nun, den Urlaub hatten wir uns etwas zurückgezogener vorgestellt. So fliehen wir täglich in die Besichtigung von Stadt und Umgebung und beschließen, das Beste draus zu machen.

Wenig später wird uns die zweite wichtige Lektion erteilt: Wer abends Hunger hat, sollte zu schnellen Entschlüssen fähig sein. Von der Fülle an Imbissen, Kneipen und Restaurants überfordert, lassen wir uns seelenruhig durch die Straßen treiben. Aber aufgepasst: In mittelgroßen Städten werden auch in Dänemark bald die Bürgersteige hochgeklappt. Als wir die Runde zum zweiten Mal gehen, staunen wir nicht schlecht. Wo vor 30 Minuten noch der Laden brummte, ist es plötzlich totenstill. Kein Licht brennt mehr, die Stühle hocken schon auf den Tischen. Ungläubig gehen wir noch einmal alles ab. Schließlich landen wir willenlos geworden im Edel-Italiener mit gedämpfter Musik und intimer Beleuchtung. Es schmeckt hervorragend. Aber wir bezahlen nicht nur die ausgesuchten Zutaten, sondern auch die Lage am neu entstandenen Flanier-Kanal Aarhus Å kleinlaut mit.

 

Mittwoch, 22. Februar

Entdeckerlust am nächsten Morgen. Bei Sturm spazieren wir einen kleinen Hügel hinauf. Erste Frühjahrsblüher begrüßen uns strahlend. Am Fuß der Anhöhe bietet sich ein abwechslungsreiches Bild: Zu unserer rechten Litfaßsäule, Bockwindmühle und die historische „Museums-Altstadt“, links schießt ein gläserner Koloss in den Himmel. Zeitgenossentum und Nostalgie auf engstem Raum. Ein lebendiges Spannungsfeld, das Spaß macht. So wird sich die Stadt auch in den kommenden Tagen zeigen.

Im kuppelartigen Gewächshaus des Botanischen Gartens verbringen wir einen ganzen Vormittag. Es ist zu angenehm, sich im subtropischen Dickicht zu verlieren, während draußen kalter Regen gegen die Scheiben peitscht. Beglückt folgen wir dem Parcours durch die Klimazonen, beobachten die Fütterung der Piranhas, schnuppern an prächtigen Blüten, besteigen den hölzernen Ausguck und staunen über die Vielzahl handtellergroßer Schmetterlinge, die über den Baumwipfeln schweben. Ein einladendes Café (mit fantasiereich gestalteten stillen Örtchen), eine Themenausstellung und schließlich eine großzügige Picknickfläche unterm Glasdach: Ein wunderbarer Ort, um die Seele baumeln zu lassen.

Wieder auf den lauten Straßen (Baustellen vielerorts) zieht es uns zum Wasser. Dem Kanal entlang folgend, stoßen wir bald auf das „Godsbanen“, den alten Güterbahnhof, der mit selbst gebauten Hauscontainern und eigensinnigen Konstruktionen neugierig macht. Eine Behausung ist fantasiereicher als die andere. Praktische Umnutzungen, junge Bäumchen, ein anarchisches Stück Stadtleben öffnet sich ohne viel Aufhebens dem Blick.

Im zugigen Februarwetter scheint es hier einsam, aber Schilder und Wegmarken deuten auf ein buntes Angebot an Aktivitäten und Ideen zu einer gemütlicheren Jahreszeit. Als wir uns ins Sperrholz-Café verlaufen, kann ich meinen Augen nicht trauen. Junge Menschen in Laptops vertieft, eine geschmackssichere Inneneinrichtung, Kerzen, Grünpflanzen, wohin das Auge blickt, ein sagenhaftes Ambiente. Der Inhaber steht am Tresen, gibt uns freundlich Auskunft, erstklassigen Kaffee und weltmännisches Gebäck. Es handelt sich, so erfahren wir, um das „Institut for X“. Als Versuchsprojekt gestartet, kann es nun doch auf ein paar Jahre zurückblicken, in denen die Stadt junge Kreative freimütig gewähren ließ. Dass es nicht von Dauer sein wird, macht ihn offensichtlich weder traurig noch wütend. Wenn die Kunsthochschule auf dem Gelände ihre Außenstelle errichtet, zieht er mit seinem mobilen Kaffeehaus eben weiter. Soviel Einmütigkeit verblüfft mich dann doch.

Den Schienen folgend betreten wir wenig später staunend das quirlige Zentrum des Geländes. Eine Vielzahl von Studios, Ateliers und Probebühnen findet ihre Heimat in einem kubischen Zweckbau, dessen steiles Dach man himmelwärts erklimmen kann, um einen Blick auf Stadt und Meer zu erhaschen.

Auch wenn wir einen ersten Überblick gewonnen haben, eine klassische Touristeninformation würde ich jetzt doch gern mal besuchen: Wo kann man Räder ausleihen, wie nutzt man gescheit den öffentlichen Nahverkehr, gibt es Bootstouren auf der Ostsee ...? Der Weg führt hinunter in den überschaubaren Hafen, zum kleinen Busbahnhof. Das rote Schild mit dem großen „i“ fällt schon ins Auge, aber wo, wo um Gottes willen kann ich denn nun jemanden Löcher in den Bauch fragen? Ich ziehe eine Nummer, stelle mich artig an und beobachte mit wachsender Unruhe, die Erzählfreude der beiden Damen am Schalter. Das kann unmöglich der Umschlagplatz heiß gehandelter Insider-Tipps sein. Endlich an der Reihe kann ich zwar problemlos kommunizieren (Herrlich! Jede(r) spricht Englisch, ist freundlich und zuvorkommend.), aber außer einem veralteten Busfahrplan komme ich kein Stück weiter. Aber, aber! Wer besteht schon noch auf analoge Informationsträger? Das Internet hat aufdringliche Touristeninfrastruktur ganz einfach wegrationalisiert. Wir scheinen die ersten Besucher der Europäischen Kulturhauptstadt 2017 zu sein, die an den Winterschlaf der stolzen Stadt rühren. Das kann doch nicht sein, oder?!

Der nächste Versuch im „Dokk 1“, dem Multifunktions-Bau direkt am Hafen. Am Informationsschalter der weitläufigen Bibliothek erhärtet sich der Verdacht: Wir wünschen offenbar Unmögliches, jedoch man vertröstet uns auf das Charmanteste. Ja, das Motto der Kulturhauptstadt sei „Rethink your limits“, das habe die Stadtväter und -mütter bewogen, auch über Service neu nachzudenken und der sei kurzerhand ins Internet verlagert. Wer Informationen wünscht, muss mit einem Computer vorlieb nehmen. Fahrräder gibt es noch keine zu leihen, die Fähre zur nächstgelegenen Insel? Tja, in den Wintermonaten leider eingestellt. Stadtführungen finden gerade leider auch keine statt. Immer wieder zuckt die höfliche Dame entschuldigend mit Augenbrauen. Ein Bild drängt sich mir auf: einfallende Scharen kulturhungriger, anspruchsvoller Reisender. Sie könnten so viel Minimalismus eventuell seltsam finden.

Auf der breiten Terrasse des Gebäudes bringen uns übergroße Tierfiguren wieder zum Lachen. Ein Äffchen rupft fröhlich an mannshohen Grashalmen, gegenüber entfaltet ein imposanter Seeadler seine Schwingen. Man kann es dieser einfallsreichen Stadt einfach nicht übel nehmen, sich den Touristen nicht an den Hals zu werfen. Dann eben einfach hinein.

In Reichweite findet sich alles Weitere. Gegen den Hunger hilft der Streetfoodmarkt gleich am Busbahnhof. Die unscheinbare Großhalle überrascht mit einem schier endlosen Angebot globaler Gaumenfreuden. Dicht an dicht stehen die hippen Foodtrucks; zum Staunen und Bestellen bieten Biertische genug Platz. Ungezählte liebevolle Details ohne viel Geschrei, das Essen einfach köstlich, die Preise tun nicht weh. Hier könnte man Stunden verbringen, wenn's nicht so viel zu sehen gäbe.

Am Abend entdecken wir bei einem langen Spaziergang den kleinen Jachthafen und einen eigensinnigen Anwohner gleich mit: ein Kajütchen mit Folie umspannt, ergibt einen warmen Raum, ein Herz aus Glühbirnen lässt die Kälte vergessen. Zwei Fischrestaurants stehen winterfest verschlossen, der neu erbaute Stadtteil Ø direkt am Wasser, mit den kubusförmigen Wohnblöcken wirkt noch unbelebt.

Was uns auffällt, sind die vielen Lädchen voll edler Mode, Einrichtungsdesign und Gebrauchsgegenständen. So viel praktische Schönheit muss auch verkraftet werden. Mit Freude stoppe ich an jedem zweiten 7-eleven-Tante-Emma-Lädchen, um einen kräftigen Ingwer-Shot zu genießen. Verhungern oder verdursten kann wirklich niemand. Ob Bier und Chips, Kaffee und belegte Brote, Salate, Durstlöscher oder Süßigkeiten, alles findet sich rund um die Uhr – fast immer in Sichtweite.

 

Donnerstag, 23. Februar

Den nächsten Tag wollen wir endlich die viel gelobten Museen der Stadt besuchen.

Gleich unterhalb des Botanischen Gartens befindet sich die Altstadt, „Den Gamle By“. Der historische Stadtkern ist von einer Mauer umgeben: Wer das aufwendig konservierte Freiluftmuseum besuchen möchte, muss schon bezahlen. Doch es lohnt sich noch und noch. Beschwingt entdecken wir die engen Gassen, entziffern Schilder, besichtigen Hinterhöfe, historische Einkaufsläden, Wohnungen und Gewerbe. Überall lässt sich eine Tür öffnen, man stößt auf lebensechte Wachsfiguren und findet sich staunend inmitten einer längst vergangenen Zeit wieder. Hier wurden Häuser aus ganz Dänemark zu einem möglichst zeitgetreuen Ensemble zusammengetragen. Im Bäckersladen verkauft eine Studentin in authentischer Kleidung Zimtschnitten und Baisers; ein Fuhrwerk wartet am Wassergraben auf die nächste Kutschfahrt, im Seifenladen werden Bürsten und Tinkturen erklärt. Über das 18. Jahrhundert spaziert man langsam in der Geschichte weiter, bis man in den 1970er Jahren angelangt ist. In der Auslage herrlich altmodischer Einkaufsläden lässt sich die bescheidene Werbekultur jener Zeit bestaunen, ein Friseurlädchen, Radiogeräte, Lebensmittel, eine Tankstelle – alles da.

Unser Highlight des Geländes: ein schmales Wohnhaus, das komplette, originalgetreue Wohnungseinrichtungen zeigt. Von Etage zu Etage lernt man die Lebenswelt der höchst unterschiedlichen Bewohner kennen. Die bescheidene Zweizimmerwohnung der alleinerziehenden Mutter mit Sohn, die großzügige Mansarde des „Fräuleins“ Schulleiterin, die improvisierte Studenten-WG mit Leninposter an den Wänden und die beengten Zimmer der türkischen Gastarbeiter. Ein bisschen ehrfürchtig geht man durch fremde Küchen, Bäder und Schlafzimmer –ganz klar, wer Entdeckerfreude besitzt, ist hier am richtigen Ort.

Zum Abschluss noch ein Middag im historischen Lokal mit Ausflüglercharme. Kaffee aus Porzellantässchen, eine kräftige Mahlzeit mit Omelett und Smørrebrød.

Alles ist ein bisschen der Zeit entrückt, mit einem Augenzwinkern aber lässt sich die bodenständige Atmosphäre nur zu gut genießen.

Zweiter Höhepunkt des Tages wird das neu gebaute Kunstmuseum AroS, dessen regenbogenfarbenen Glasgang wir schon jeden Tag aus unserem Fenster heraus lobten. Was nachts geheimnisvoll blinkte, entpuppt sich beim Betreten als riesige, bunte Textilkrake, die sich absolut respektlos durch das gesamte Gebäude rekelt. Von einer Etage zur nächsten folge ich stolpernd und fotografierend dem betörenden Untier und verschieße nebenbei den gesamten Akku. Wir schreiten Treppen, fahren Fahrstuhl, folgen Gängen, Zimmern, Installationen – der zeitgenössischen Kunst nach Rang und Namen. Alle sind sie hier.

Jedoch, hinauf! An dem schicken Restaurant mit den schimmligen Fleischkeulen (dry aged beef) scharf vorbei. Wir müssen weiter, zum „Your Rainbow Panorama“. Olafur Eliasson hat in zwei Anläufen das neue Wahrzeichen der Stadt geschaffen: einen spektakulären Glasumgang, auf Stelzen hoch über dem Museum platziert. Langsam taucht die Stadtkulisse in jede Spektralfarbe, das Hochhaus gegenüber wird tiefblau, das Hafengelände taucht in kühles Orange, der Spielplatz tief unten in sattes Rot. Man kann sich nicht sattsehen und möchte Runde um Runde dem Spiel aus Sichtachsen und Farben folgen. Ein paar läppische Stunden sind nur ein Appetitanreger. Hier sollte man jeden Tag einmal Besucher sein!

Was für gegensätzliche Eindrücke an einem langen Tag!

 

Freitag, 24. Februar

Das Wetter schlägt Kapriolen, gestern noch frühlingshaft, eroberte der Winter über Nacht Terrain zurück. Wir aber starten unerschrocken den Tag mit einem Besuch im Rathaus. Der Boden aus Mosaikfliesen, die Messinggeländer, das Wandbild, die eleganten Deckenlampen: Alles wirkt zeitlos und beständig. Wir nehmen einen alten Fahrstuhl bis in die oberste Etage und schleichen unbehelligt an den gleichförmigen Bürotüren entlang. Unten werden Vorbereitungen für einen Kongress getroffen, eine aufgeputzte kleine Gesellschaft findet sich langsam zusammen.

Als wir um das Haus laufen, gibt es noch eine Überraschung. Auf der Wiese neben den ersten Krokussen steht ein Baugerüst und hält uns eine Lichtinstallation vor die Augen. In großen Lettern ist da zu lesen „The same for everyone“. Das wirkt weder wie ein Aufruf, noch wie eine Provokation, sondern wie die selbstbewusste Losung einer scheinbar egalitären Gesellschaft. Die Nöte des Südens wirken hier im skandinavischen, ressourcenreichen Europa so weit entfernt wie nur irgendwas.

Die ausgedehnten Wälder und Strände rund um die Stadt würde ich nur zu gern genießen. Leider ist der Februar nun wirklich nicht die Jahreszeit dafür. Während es in der Stadt schon blüht, liegen die Felder noch braun und matt da. Die Augen müssen sich mit winterlichen Tönen begnügen. Als wir den Bus zum nächsten kulturellen Höhepunkt nehmen, fahren wir an liebevoll dekorierten Einfamilienhäusern vorbei durch die Vororte. Plötzlich wird es ländlich. Krumme Weiden säumen die Straße, Wald und Felder tauchen auf. Die Sicht wird frei auf hügeliges Ackerland. Noch eine Einbiegung, ein weiß gekalktes Häuschen, eine Bushaltestelle. Da sind wir. Am Moesgaard Museum.

Würde es sich nicht um preisgekrönte Architektur handeln, wahrscheinlich wäre ich nicht auf die Idee gekommen, in den wenigen Tagen eine Ausstellung zur Frühgeschichte Dänemarks zu besuchen. Zum Glück haben wir uns locken lassen. Die schiefe, grasbewachsene Dachebene ragt steil in den Himmel, Beton und Glas ducken sich ins Feld, als ob sie langsam in den Boden wachsen würden. Ein großartiger Anblick. Schneeregen fällt auf die wenigen Besucher, die sich aufs Dach trauen. Das Meer im Hintergrund verschwimmt fast mit dem Himmel. Drinnen ist es hell, großzügig und aufs Beste organisiert. Der Garderobe schließt sich ein Picknickraum an. Wer möchte, nimmt einen Stuhl vom Stapel und setzt sich an die langen Tische. Fröhliche Gruppen älterer Semester leeren ihre gut bestückten Körbe. Das wäre bei uns undenkbar. Jedes je gelesene Schild, dass der Verzehr mitgebrachter Speisen verboten sei, strafe ich in Gedanken seiner Herzenskälte.

Über eine Treppe mit lebensecht geformten Frühmenschen erreichen wir den Ausstellungsteil unter der Erde. Ob Steinzeit, die kämpferischen Wikinger oder der Fund einer berühmten Moorleiche, die Impressionen dieses Museums werden bleiben. Eine so lebendige und sinnreich gestaltete Ausstellung habe ich wohl selten gesehen. Viele Stunden später sind wir erledigt von den vielen Eindrücken und haben doch nur einen Bruchteil des Museums kennengelernt.

Am Abend besuchen wir den Central Food Market in der Fußgängerzone. Auch hier findet man zu essen, was man sich nur wünschen kann. Zwar ist es voll, das Angebot scheint sehr beliebt, aber an einem Tresen finden wir schließlich doch noch Platz. Ins Gespräch vertieft bei Sushi, Burger, Salat und Bier findet der Tag einen genussreichen Abschluss.

 

Samstag, 25. Februar

Samstag. Der letzte Tag muss gefeiert werden. Wir beschließen, auswärts zu frühstücken. Doch so leicht ist es nicht. Der Brunch im Frauenmuseum beginnt später, die Cafés sind geschlossen, Bäcker rar. Dann trifft der Tipp eines Passanten endlich ins Schwarze. Als wir ausgehungert das „Globen Flakket“ betreten, bin ich im Frühstückshimmel. Ein kleines Buffet, exzellenter Kaffee, Brei mit Trockenfrüchten, Käse, Obst, Marmelade. Gut gestärkt wollen wir noch das nahe gelegene Wikingermuseum besuchen. Ein Kuriosum, denn der Keller des Nordea-Bankgebäudes ist historischer Fundort und heutiger Präsentationsraum zugleich. Aber schade! Gerade heute ist geschlossen. So ergeht es uns wenig später ebenfalls mit dem Dom. Dann eben nicht. Den Stadtstrand „Den Permanente“ haben wir schließlich auch noch nicht gesehen und ein bisschen Ostseeluft täte gut. Der ausgedehnte Spaziergang führt uns entlang am Hafen, vorbei am neuen Stadtteil Ø über einen Damm hin zu einem schmalen Streifen Sand und einer wunderbar altmodischen Badeanstalt. Den Blick schweifen lassen, ein paar Muscheln finden. In der Ferne gleiten Stehpaddler übers Wasser.

Eine beneidenswerte Kombination aus Kultur, Stadtleben und Natur dieses Aarhus. Auf dem Rückweg lernen wir noch den dichten Wald rund um die Jugendherberge kennen. Ein zarter Teppich erster Bärlauchblätter bedeckt den Boden. An der Bushaltestelle treffen wir auf zwei Hamburgerinnen. Sie schwärmen von der dänischen Bildungslandschaft und empfehlen ganz nebenbei das öffentliche Cellokonzert im „Musikhuset“. Am Abend scheinen sich die musikbegeisterten Aarhuser genau dort zu treffen. Der Klang der Instrumente macht leicht, ein Rotwein schmeckt uns noch im Stehen, so klingt der Abend aus.

 

Sonntag, 26. Februar

Am Tag der Abreise verlassen wir zeitig das Haus. Die Stadt liegt herrlich still – Sonntagsruhe. Zimtkringel und Cappuccino für die Fahrt und dann die Reise einmal retour.

Zu Hause angekommen möchte ich mit einem Mal wieder einen Olsenbande-Film sehen. Jütland soll hochleben.

Ein paar fremde Münzen klappern Tage später in den Manteltaschen, die müssen wir im Sommer in dänischen Gurkensalat umsetzen. Wir haben da einen Plan…

 

Reisebericht von Franziska Hanig

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Dienstag, 13. Juni 2017
18:00 - Norse Revival? – Transformation germanischen Heidentums
Ein Buch- und Filmgespräch moderiert von Dr. Clemens Räthel im Feslleshus in Zusammenarbeit mit den Nordischen Botschaften und KULTURHUS BERLIN
Samstag, 24. Juni 2017
10:30 - Tiere und Märchen des Nordens
Ein Ausflug für Familien zum Nordischen Tierpark in Hohenbruch

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