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RückblickJoik-Workshop
(c) Liane Gruda
(c) Liane Gruda
(c) Liane Gruda

„Joik – die Stimme Sápmis und der Samen"

An einem kürzlich vergangen Samstag sind wir auf eine Reise gegangen – knapp 40 Menschen zwischen zwölf und 72 Jahren haben sich mitnehmen lassen, akustisch ungewohntes, kulturell vergessenes und anatomisch unbekanntes Terrain zu erkunden.

Der traditionelle Kehlkopfgesang gehörte lange Zeit zum Selbstverständnis der samischen Ursprungsbevölkerung, bis er als sündhaft deklariert und als Teufelszeug verbannt wurde. Es gab Zeiten, in denen Menschen für das Joiken zum Tode verurteilt wurden. Diese Zeiten gehören glücklicherweise der Vergangenheit an, und seit einigen Jahrzehnten macht man sich wieder auf die Suche nach diesem – auch spirituellem – Ausdruck der eigenen Kultur.

Nun erklingt sie wieder, die samische Stimme, und erzählt uns von der anmutigen Schönheit lappländischer Berge und der Seele Sápmis. Allerdings ist das so nicht ganz korrekt – man joikt nicht über oder von etwas, sondern man joikt es, so verbindet man sich, so vergegenwärtigt man sich das Gejoikte.

Und so sind wir dem samischen Künstler Simon Issát Marainen gefolgt, haben anfänglich gesucht, nach dem anatomischen Ursprung dieses gutturalen Klanges in uns, nach Strukturierungshilfen wie Takt und Rhythmus, die beim Joik nicht in vergleichbarer Form zu finden sind.

Irgendwo dann zwischen hörbar angestrengten Stimmbändern und müdem Kehlkopf ist sie dann erschienen – die Weite, die Ruhe, die Kraft des hohen Nordens. Wir sind gemeinsam durch weiße Berglandschaften und zum Fjäll Čukču gezogen, dem „Hausberg“ der Samen in Simons Heimat, haben uns unbekannte Personen gejoikt, und mit kleinen Hunden gespielt. Als wir dann den Workshop mit Überlänge beenden, vibriert sie noch immer nach – so lebendig kann Tradition sein.

 

Die Joik-Werkstatt mit Simon Issát Marainen im Kultur- und Bildungszentrum Sebastian Haffner war eine gelungene Kooperation des KULTURHUS BERLIN mit der Volkshochschule Pankow und unserem Unterstützer in Sápmi, Nutti Sámi Siida.

 

Text: Anke Reule

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