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RückblickKULTURHUS BERLIN Rückblick 2015

Unser Kulturhusjahr 2015 stand zu großen Teilen im Zeichen Sápmis, dem Land der Samen. Der Musikethnologe Dr. Thomas Hilder machte zu Beginn des Jahres den Anfang und präsentierte sein Buch „Sámi Musical Performance and the Politics of Indigeneity in Northern Europe“, in dem er die dynamische Musikszene der Samen und deren Schnittpunkte zur Politik und Indignität untersucht. Unser Sommer-Filmklub-Spezial, eingebettet in das Rahmenprogramm der Ausstellung Sámi Contemporary im Felleshus der Nordischen Botschaften, führte das Thema mit Filmen von, über und mit Samen fort, das mit dem Kulturfest der Nordischen Botschaften seinen Höhepunkt fand. Auch der Dokumentarfilm „Die Hüter der Tundra“ von René Harder mit einer Einführung und anschließendem Gespräch griff das Thema nochmals auf.

Und es gab 2015 ein Jubiläum zu feiern: Unser NORDISCHER FILMKLUB startete im Herbst in seine 10. Saison! 124 Filme aus Dänemark, Finnland, Norwegen, Island und Schweden, dazu etliche Spezialabende mit Podiums- und Regiegesprächen, Previews und Premieren, haben bis dahin bereits unsere nordische Programmreihe seit ihrem Start 2006 gefüllt. Und auch die 10. Saison hält wieder viel Spannendes bereit.

Allen Kooperationspartnern, Förderern, Freunden und Besuchern danken wir für die Unterstützung, die wir auch 2015 wieder erhalten haben. Unser besonderer Dank gilt den vielen ehrenamtlichen Helfern, ohne die die erfolgreiche Arbeit des KULTURHUS BERLIN nicht möglich wäre.

Buchpräsentation Thomas Hilder

Der Musikethnologe Dr. Thomas Hilder präsentierte am 27.1.15 sein Buch Sámi Musical Performance and the Politics of Indigeneity in Northern Europe. Der Festsaal der Humboldt Graduate School in Berlin-Mitte war mit rund 40 Gästen gut gefüllt. Sein Vortrag behandelte die dynamische Musikszene der Samen und deren Schnittpunkte zur Politik und Indignität. Die Vorstellung der einzelnen Kapitel wurde durch Videoclips und Musikbeispiele ergänzt. So verdeutlichte Dr. Hilder beispielsweise anhand eines Ausschnittes eines nordsamisch rappenden Trios in einer aktuellen norwegischen Talentshow die Bedeutung von Sprache dieser indigen lebenden Gruppe. Mit weiteren Ausschnitten aus den 1960er und 70er Jahren des Grand Prix thematisierte er die Romantisierung des samischen Joiken (Kehlgesang) durch die norwegische Musikindustrie.

In der anschließenden Diskussion, moderiert durch PD Dr. Julio Mendívil, Direktor des Center for World Music, wurden Fragen besprochen wie etwa: „Was sind Formen nationaler Zugehörigkeit der Samen?“ oder “Wie zeigt sich transnationaler Aktivismus innerhalb der samischen Gemeinschaft?“ Kontrovers wurde besonders die Entwicklung der Identität und des Selbstverständnisses der Samen diskutiert.

(c) Liane Gruda

GlobeTag Skandinavien

Beim Aktionstag von Globetrotter Ausrüstung stand am 18.4.2015 in der Berliner Filiale alles im Zeichen des Nordens. Etwa 6.000 Kunden besuchten die Veranstaltung. KULTURHUS BERLIN wurde mit seinem Infostand von vielen Besuchern wahrgenommen, und wir konnten für uns und unsere Arbeit werben. Außerdem nahmen wir die Besucher vor Ort mit zu einer Reise durch die nordischen Länder: Es gab einen kleinen Sprachkurs sowie ein Quiz zur Natur und Kultur Skandinaviens sowie ein Kreativprogramm für Kinder.

(c) Liane Gruda

Nordisches am Wannsee – Globeboot 2015

Mehr als 9.200 Gäste besuchten am 25. und 26. April die Outdoormesse von Globetrotter Ausrüstung am Berliner Wannsee, und KULTURHUS BERLIN war mit seinem Info- und Kaffeestand mittendrin. Wir informierten über unsere Kulturarbeit und warben bei vielen interessierten Besuchern für unseren Newsletter und unsere kommenden Veranstaltungen. Dabei gaben nordische Märchen, ein Vortrag über den hohen Norden Europas und dessen Urbevölkerung, die Samen und Lassowerfen auf ein Rentiergeweih einen kleinen Vorgeschmack.

 

Stadtrundgang "Säufer, Künstler und Gelehrte"

Auf unserer Route vom Berliner Dom über den Gendarmenmarkt bis zum Brandenburger Tor begaben wir uns wieder auf die Spuren berühmter Nordeuropäer in Berlin. Wir begegneten u.a. Persönlichkeiten wie H.C. Andersen, August Strindberg, Edvard Munch oder Jenny Lind. Andersen zum Beispiel folgte der großen Liebe seines Lebens nach Berlin und traf in der preußischen Hauptstadt auf die deutsche geistige Elite seiner Zeit: die Humboldts, die Grimms oder die von Arnims.

Entlang erhaltener Gebäude und Spuren führten wir durch Originaltexte, Tagebucheinträge und Briefe und gestatteten einen Blick durch das Schlüsselloch der Berliner Kulturgeschichte.


(c) Stefanie von der Lippe

Filmklub-Sommer-Special

Im August 2015 bezauberte der NORDISCHE FILMKLUB als Teil des Rahmenprogramms zu Sámi Contemporary, einer Ausstellung zur samischen Gegenwartskunst im Felleshus der Nordischen Botschaften, mit Filmen aus und über den äußersten Norden:

Hjordeliv berührte mit dem Schicksal dreier samischer Frauen, 7 Sámi Stories entfaltete ein Kaleidoskop samischen Filmschaffens. Solstorm nahm Sie mit auf eine schwierige und spannende Identitätssuche, und der Klassiker Kautokeino-opprøret entführte Sie in die Geschichte der Samen.

Unser Spezial war erneut ein großer Erfolg – über 180 BesucherInnen sahen Filme von, über und mit Samen. An zwei Abenden wurden die Filme zudem durch kleine anregende Gesprächsrunden ergänzt: Der samische Schauspieler und Regisseur Egil Pedersen und die samische Schauspielerin Ánne Mággá Wigelius erzählten davon, wie ihre künstlerische Arbeit als Samen in Nordeuropa wahrgenommen wird und welche Bedeutung ihre Herkunft für ihre Arbeit hat.

(c) Liane Gruda

Großes Nordisches Kulturfest

Die Nordischen Botschaften hatten am 13.9.2015 aufs Botschaftsgelände zum Großen Nordischen Kulturfest geladen und KULTURHUS BERLIN hatte die Ehre und das Vergnügen, in diesem Rahmen ein Stück samische Gegenwartskunst mit zu präsentieren. Wir waren mit einem Info-Stand auf der Terrasse des Felleshus präsent und warben für unsere Kulturarbeit. Gleichzeitig konnte im großen grünen Lavvu, einem Samen-Zelt, Märchen von Erzählerin Ilka Sonntag gelauscht werden. Kinder konnten zudem ihr Wissen bei einem Nordseequiz testen sowie ein Lasso werfen. Dabei wurden sie von einem Samen in seiner traditionellen Tracht betreut: Nils Torbjörn Nutti, einem wirklichen Renhirten aus Sápmi. Unser Programm wurde umrahmt von sieben Kurzfilmen samischer Regisseure mit dem Titel „7 Sámi Stories“. Außerdem gab auf unsere Initiative hin Kompani Nomad ein Gastspiel mit Ola Stinnerbom und Freddy Olofsson. Es fand eine Joik-Werkstatt und ein Joik-Konzert statt.

10. Saison des Nordischen Filmklubs

Im Herbst wurde gefeiert, denn unsere Filmreihe in den Nordischen Botschaften startete im Oktober in seine 10. Saison! Und die begann eiskalt: Passend zur Jahreszeit holten wir Ende des Jahres mehrere Filme nach Berlin, die uns in die Arktis und ihre menschenleeren Eiswüsten entführten. Im Rahmen der diesjährigen Ausstellung „Our Arctic Future“ der Königlich Dänischen Botschaft liefen Filme über die Arktis und Grönland, und wir konnten einige Gäste begrüßen. Unter ihnen waren der Klimaforscher Dr. Volker Rachold vom Alfred-Wegner-Institut in Potsdam und Emile Hertling Péronard, Produzent der gefeierten Dokumentation „Sumé“ über grönländische Rockmusik, die 2015 auf der Berlinale Weltpremiere hatte.

(c: W-film / Lichtblick Film)

Die Hüter der Tundra

Im Rahmen des Kulturmonats Kunstkreuz: „Genug ist nicht genug? Bedürfnisse und Ressourcen“ zeigte der Kulturring in Berlin e.V. am 28.10.2015 den Film „Die Hüter der Tundra“. Autor und Regisseur René Harder hatte über sechs Jahre immer wieder das Leben russischer Samen auf der Kola-Halbinsel begleitet, um in seinem Film ein intimes Portrait mit beeindruckenden Naturaufnahmen zu zeigen: Mitten in der Tundra liegt eines der letzten Dörfer samischer Rentierzüchter in Russland. Doch internationale Rohstoffkonzerne haben deren Weidegründe im Visier. Von Enteignung und Entwurzelung im Namen der Industrialisierung bedroht, schließen sich die russischen Samen zusammen, gründen ihr eigenes Parlament und kämpfen um ihre Heimat. - Als Experte zur Region Sápmí stand Hans-Joachim Gruda von KULTURHUS BERLIN im Anschluss an den Film dem Publikum Rede und Antwort.

(c) Liane Gruda

Wintertreffen der Globetrotter-Akademie

Vorträge, Workshops, Zusammensein mit Gleichgesinnten am Feuer und zünftiges Grillen wurden vom 4. bis zum 6. Dezember 2015 beim 3. Globetrotter-Wintertreffen auf dem Aschberg bei Ascheffel in Schleswig-Holstein geboten – doch diesmal mit einer schönen Neuerung: KULTURHUS BERLIN gestaltete am Sonnabend mit einem Programm für Kinder das Winter-Kids-Camp.

Mit Spiel und Spaß konnten die Jüngsten die Natur entdecken, denn nach einer kurzen Einführung in „Karte und Kompass“ ging es hinaus! Trolle der nordischen Märchen lauerten im Wald, ein richtiger Schatz musste durch schwierigstes Rätselraten gefunden werden, und aus dem Materialvorrat der Natur wurde Kunst an Bäumen und auf dem Waldboden. Und überall war ein waschechter Husky dabei, den jeder mal an der Leine führen durfte, und streicheln ließ er sich nur zu gerne. Geschichten über das Leben als Schlittenhund gab es noch dazu.

Am Nachmittag wurde „drinnen“ gebastelt und gespielt, und Ilka Sonntag, unsere Erzählerin von KULTURHUS BERLIN, fesselte Kinder und hinzugekommene Eltern mit einem recht gruseligen Märchen aus dem Norden.

Liane Gruda und Hans-Joachim Gruda vom KULTURHUS BERLIN hielten darüber hinaus am Sonntagvormittag einen 90-minütigen Vortrag über die Lebensweise der samischen Renzüchter in Nordeuropa einst und heute, mit vielen Bildern und Grafiken, begleitet von der Musik der Samen, dem Joik. Der Vortrag wurde ergänzt durch praktische Vorschläge für Reisen nach Sápmi, der nördlichsten Region Europas.

Lucia Weihnachtsmarkt in der Kulturbrauerei, Berlin-Prenzlauer Berg (c) Jochen Loch

Luciamarkt: Basteln und Geschichten an den Adventssonntagen

KULTURHUS BERLIN hatte Groß und Klein an allen vier Adventssonntagen eingeladen, mit uns in der Alten Kantine der KulturBrauerei Geschenkanhänger, Weihnachtskarten und Baumschmuck aus Stoff und Papier im nordischen Stil zu basteln. Und ganz nebenbei gab es zu erfahren, wie man sich im Norden „Frohe Weihnachten“ wünscht.

(c) C. Rach

Adventskalender

In unserem beliebten Adventskalender konnten auch in diesem Dezember wieder die Türchen geöffnet werden. Er war prall gefüllt mit vielen Büchern, Filmen, Veranstaltungen, Designobjekten und Köstlichkeiten aus dem hohen Norden. Eine Frage zum Thema galt es jeden Tag zu beantworten, und schon lockte der Gewinn des Tages! Rund 1.700 Emails haben wir während der 24 Tage erhalten und viele aufmerksame Antworten zu unseren Rätseln bekommen. Fleißig geknobelt – zumindest von jenen, die unsere Sápmi-Veranstaltungen verpasst hatten – wurde beispielsweise bei der Frage, wie das Land der Samen heißt.

Wir freuen uns, auch im neuen Jahr wieder zahlreichen Gästen zu sagen: "Velkommen!", "Välkommen!", "Velkommen!", "Velkomin!", "Tervetula!", "Buores boahtin!"

Herzlich willkommen beim KULTURHUS BERLIN!

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