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Das Nest des Teufels

Die finnische Leibwächterin Hilja steht im dritten Teil von Lehtolainens Trilogie in Diensten der reichen Russin Julia Gerbolt und ihres Verlobten, des eher erfolglosen finnischen Politikers Usko Syrjänen. Was Hilja anfangs nicht ahnt, ist, dass Julia die Tochter eines weißrussischen Waffenhändlers ist, der radioaktives Material in Finnland versteckt hält und mit Syrjänen Geschäfte plant. Der Weißrusse hat Hiljas Liebhaber David Stahl, bekannt aus dem vorigen Band „Der Löwe der Gerechtigkeit“ (2013), aufs Korn genommen und versucht, über Hilja an seinen Gegner heranzukommen. Stahl wiederum muss undercover leben, dabei erhält er Hilfe von einem Freund, dem ein äußerst zweifelhafter Ruf als Pädophiler vorausgeht. Die temperamentvolle Hilja hat, neben ihrer launischen Auftraggeberin, noch einen weiteren schwierigen Alltagsgefährten: Ihr Leibwächter-Kollege Juri Trankow nutzt jede Gelegenheit, um die traute Zweisamkeit mit ihr zu suchen.

Neben diesem Figurentableau treten noch weitere Personen auf nicht ganz unwichtigen Nebenschauplätzen auf: Die Protagonistin trifft erstmals ihre kleine Halbschwester Vanamo, die in strenggläubigem Hause aufwächst und keine Ahnung davon hat, dass ihr Vater ein Krimineller ist, der einst ihre Mutter vergewaltigt hat. Kurz gesagt: Hilja und ihre Beziehungen zu verschiedenen Menschen ihres Lebens sowie ihre Reflexionen über dieselben stehen klar im Fokus des Abschlussbandes der Trilogie.

Zeitweise entsteht der Eindruck, das eigentliche Kernthema ist ein Familiendrama, und nicht der Kampf gegen einen internationalen Bösewicht. In Sprüngen wird der Leser zwar in die Schweiz, nach Helsinki, nach New York und immer wieder an die finnische Küste bei Kopparnäs geführt, was das Tempo der Handlung allerdings nicht steigert. Und obwohl die Autorin ihre Figuren einiges durchmachen lässt, bleiben Bildsprache und Stil unaufgeregt. Reichlich schwülstig für einen Thriller erscheinen auch die immer wieder eingewobenen Liebesszenen zwischen Hilja und David Stahl. Erst auf der Zielgeraden, den letzten 20 Seiten des immerhin 448 Seiten dicken Buches, nimmt Lehtolainens Thriller an Fahrt auf und mündet in ein dramatisches und recht spannendes, aber kurzes Finish.

Hanna Gross

Leena Lehtolainen
Das Nest des Teufels
Aus dem Finnischen von Gabriele Schrey-Vasara
Originaltitel: Paholaisen Pennut
Rowohlt Verlag, Reinbek bei Hamburg, 2014
ISBN 978-3-644-31161-9

 

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