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Henrik Berggren

Der Schwede Henrik Berggren hat mit seinem Mitbegründer David Kjelkerud im Dezember 2011 Readmill als App zum Lesen von Büchern auf Tablet-Computern und Smartphones auf den Markt gebracht. Die Software-Applikation soll es Nutzern ermöglichen, digitale Bücher genau so wie reale zu benutzen. Was hat den Gründer nach Berlin gebracht? Warum war und ist das Berliner Umfeld so wichtig für den Erfolg seines Unternehmens? Und kann seine App eine neue Leseerfahrung schaffen?

 

Henrik, du bist vor zwei Jahren nach Berlin gezogen, warum?

Wir wollten unser Start-up Readmill gründen, aber gleichzeitig weg von sozialen Verpflichtungen, weg von Freunden und Familie, raus aus Schweden, um uns komplett auf das Unterfangen zu konzentrieren. Bei der Wahl, wohin, erschien uns die USA zu kompliziert, London zu teuer und in Berlin hatten wir bereits ein kleines Netzwerk aus meinen Tagen, als ich bei der Musik-Online-Plattform SoundCloud gearbeitet habe. Zudem war für die Unternehmensgründung wichtig, dass die Lebenshaltungskosten und Mieten in Berlin vergleichsweise niedrig sind, Berlin eine multikulturelle Stadt ist, in der man im Vergleich zu anderen deutschen Städten leichter qualifizierte Leute einstellen kann, da es weniger Konkurrenz von anderen Industrien gibt. Außerdem hat Berlin eine gute Reputation vor allem unter jungen Leuten, die gerne in der Stadt leben möchten.

 

Wofür steht bzw. was ist Readmill?

Readmill ist ein Werkzeug, um Lesen ein gemeinsames Erlebnis werden zu lassen. Stellen in Büchern, die gefallen, können per Highlighting markiert und mit anderen geteilt werden, Kommentare können angemerkt und alles via Twitter, Facebook oder Tumblr versendet werden. Aber nicht nur Privatpersonen können sich so auf digitalem Wege austauschen. Verleger und Autor können beispielsweise über Readmill beim Redigieren leicht und unkompliziert kommunizieren. Außerdem haben Autoren die Chance, Kommentare zu ihren eigenen Texten zu geben, um so ein zusätzliches Leseerlebnis für ihr Publikum zu ermöglichen.


Und warum das Ganze? Wie seid ihr auf diese Idee gekommen?

Wir wissen seit langer Zeit, dass Bücher das mit am meist diskutierte Thema im Internet sind. Viele sind interessiert und aktiv. Außerdem liebe ich lesen, mochte aber nie die Online-Diskussionforen zu Büchern. Sie waren zu unübersichtlich, kompliziert, nicht gut konzipiert. Dennoch bin ich der Meinung, dass E-Bücher eines Tages mit wegweisend sein werden, wie wir Bücher konsumieren. Und als das iPad herauskam und der soziale Aspekt im Internet immer wichtiger wurde, war die Idee geboren. Denn es gab keine Webseite, die bis dato 500,000 Menschen oder mehr täglich zum Thema Buch auf ihre Seiten lockte. Das war unsere Chance.


Wie funktioniert eure App?

Wir kooperieren bereits mit über 50 Buchhändlern, die digitale Bücher verkaufen. In Deutschland beispielsweise bookrix. Ist also die Entscheidung für ein bestimmtes E-Buch gefallen, gibt es neben der Kaufoption unsere Readmill-App. Die Applikation ist kostenlos und kann nach einem einmaligen, unkomplizierten Runterladen immer und überall über das iPhone und iPad verwendet werden. Es bedarf keiner extra Hardware und das Lesevergnügen kann unmittelbar nach dem Kauf losgehen. Neben der schnellen Handhabe ermöglicht Readmill eine einzigartige Erfahrung, die für den Leser aber auch für den Autor oder einen Verlag viel mehr Werte schafft.

 

Und wer nutzt Readmill bislang?

Unsere Nutzer kommen meist aus den USA und Großbritannien, da dort der digitale Buchmarkt am weitesten entwickelt ist. Aber wir haben Nutzer in 170 Ländern, unter anderem auch in China, Japan oder Afrika. Das Groh der Bücher ist derzeit auf Englisch, das wird sich aber im Laufe der Zeit ändern.

Weniger als 10% unserer Nutzer sind im Moment Deutsche. Wir dachten allerdings, dass der deutsche Markt eine schwierigere Nuss werden würde. Aber wir sind bereits viel weiter als ursprünglich vermutet.

 

Wie ist das gemeint?

Sehr viele Menschen wollen Bücher in der Hand halten und in gedruckter Form lesen. Sie wird es auch immer geben. Ich denke aber, dass viele beides, Hardcopy und digital, lesen werden. Einige auch nur digital, die Mehrheit aber beides. Und mit der Verbreitung der Smartphone und Tablet-Computer wird ihre Zahl steigen.

 

Was sind die weiteren Pläne für Readmill?

Wir wollen Readmill für alle Plattformen bzw. Betriebssysteme zur Verfügung stellen. Android steht ganz oben auf der Liste und wird dieses Jahr realisiert. Außerdem ist es unser Ziel, weitere Buchhändler, Autoren und Bücher für uns gewinnen. Es geht uns aber auch darum, den Menschen zu ermöglichen, Freunde einzuladen, um noch mehr und intensiver das Leseerlebnis zu teilen. Auch wenn man sich nicht treffen kann, soll Readmill das Gefühl geben, gemeinsam wie in einem Buchclub ein Buch lesen und diskutieren zu können.

 

Das Interview führte Claudia Rach

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