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RückblickKunst und Kälte

Design in Eis und Schnee an einem Sonntag in Potsdam-Babelsberg

Samische und schwedische Flaggen, Poster, Prospekte zum Mitnehmen: Das „Projekthaus“ in Babelsberg stand ganz im Zeichen Schwedens, des Icehotels und Sápmis und der Samen. Am 24. Februar hatten die Künstlerin Geertje Jakob und Kulturhus Berlin eingeladen zu Information und Unterhaltung. 

Der kleine Saal war voll bis auf den letzten Sitz- und Stehplatz, an die fünfundachtzig Interessierte waren gekommen, um Geertje Jacobs Bericht über ihre künstlerische Arbeit am Icehotel in Jukkasjärvi, Schwedisch Lappland, zu sehen und zu hören. Die Potsdamer Designerin und bildende Künstlerin hatte sich zusammen mit Gaston Vacaflores beworben, eine Art-Suite im Icehotel in Jukkasjärvi zu schaffen und war für die Saison 2012/2013 ausgewählt worden. Über den Bau und die Gestaltung der Art Suite „Elliptical“ berichtete sie in Bildern, Filmausschnitten und Worten. Es war Arbeit in Kälte, Eis und Schnee. Es entstand eine „interaktive Suite“ mit zwei in die Schneewände eingelassenen Murmelbahnen aus Eis für Glaskugeln. In der Mitte der Suite befindet sich das Bett für die Gäste, mit Rentierfellen als Unterlage. Das gesamte Icehotel ist ein Kunstwerk, das in jedem Winter erneut aus Eis und Schnee errichtet wird. Im Frühjahr kehrt dann die Kunst zurück in den ökologischen Kreislauf - es taut und schmilzt dahin.

Vor Geertje Jacobs Bericht gab es fünfundvierzig Minuten Informationen und Unterhaltung mit Bildern, Musik und Erzählungen aus Sápmi und über die Samen von Liane und Hans-Joachim Gruda. Und draußen auf dem Gelände war im Schnee ein samisches Zelt aufgebaut, ein lavvu, in dem Ilka Sonntag den zahlreich gekommenen Kindern nordische Märchen erzählte.

Missverständnisse über die nördlichste Region Europas wurden ausgeräumt, Wissenslücken geschlossen. Aber vor allem gelang es, Verständnis für die besondere Lebensweise der samischen Renhirten zu wecken, denn der Vortrag mit den zum Teil atemberaubend schönen Landschaftsbildern und der samischen Musik führte mitten hinein in das Leben weit nördlich des Polarkreises.

„Das war etwas wirklich überraschend Neues, dass es im Norden Europas eine noch so in der Natur lebende Urbevölkerung gibt,“ muss ein Besucher eingestehen. „Das war nicht einer dieser üblichen Vorträge,“ sagt Tina, eine junge Zuhörerin. „Nicht so, dass jemand durch ein Land fährt und Fotos macht und die dann zeigt, sondern man wurde richtig mitgenommen, direkt zu den Samen und ihren Familien, in ihr Leben! Und diese tollen Bilder: Ich möchte gleich losfahren!"

In der Pause gab es hausgemachte Suppen, „renköttsoppa“ (Renfleischsuppe), ein Geschmack aus der Natur des Nordens, und für die Vegetarier eine Lauch-Pilz-Suppe; dazu Fladenbrot. Im Hof brannten munter die Feuer.

Ilka Sonntag (kulturhus Berlin) erzählte Nordische Märchen (foto liane gruda)

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